Forschung

Das Weizenbaum-Institut verknüpft interdisziplinäre Grundlagenforschung mit der Exploration konkreter Lösungen in praxisnahen Labs und dem Wissenstransfer in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Zum Auftakt der neuen Förderphase, die in den kommenden drei Jahren zur Institutionalisierung des Instituts in der bundesweiten Forschungslandschaft führen soll, startet das Weizenbaum-Institut mit einem aktualisierten Forschungsprogramm.

Um die relevanten Herausforderungen und Chancen des digitalen Wandels für Individuen und Gesellschaften interdisziplinär und grundlagenorientiert zu analysieren, wird die Forschung fortan in vier Forschungsschwerpunkten organisiert.

Bis wir diese und die einzelnen Forschungsgruppen in Kürze ausführlich vorstellen, geben wir an dieser Stelle eine schnelle Übersicht zu den Forschungsschwerpunkten:

Digitale Technologien in der Gesellschaft

Ein zentrales politisches Ziel besteht darin, möglichst allen Menschen in der Gesellschaft die Teilhabe an der Digitalisierung gleichermaßen zu ermöglichen. Dazu ist es erforderlich, bestimmte Voraussetzungen zu schaffen, um Möglichkeiten und Chancen dafür bieten zu können und neue Ungleichheiten zu vermeiden. Im Rahmen dieses Forschungsschwerpunkts analysieren die Forschungsgruppen aus drei unterschiedlichen Perspektiven – der Wirtschaftsinformatik, Designforschung und Informatik – die Spannungsfelder zwischen Teilhabe und neuen Ungleichheiten mit dem Ziel, Lösungen zu finden, wie die Teilhabe in digitalen Gesellschaften gelingen kann.

Digitale Märkte und Öffentlichkeiten auf Plattformen

Die Weiterentwicklungen des Internets und damit verbundener digitaler Plattformen und Märkte bieten ständig neue Funktionalitäten und damit wiederum neue Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten. Positiv betrachtet können digitale Plattformen innovativ und effizient im Sinne des Gemeinwohls gestaltet werden. Kritisch gesehen werden aber etwa unzureichender Datenschutz, Meinungsmanipulation und Marktmacht. Die sich ergänzenden Forschungsgruppen dieses Forschungsschwerpunkts untersuchen aus kommunikationswissenschaftlicher und informatischer Perspektive Spannungsfelder zwischen Gemeinwohl und wirtschaftlichen Notwendigkeiten und betrachten Markt- und Öffentlichkeitsdynamiken auf mehreren Ebenen von Plattformen.

Organisation von Wissen

Im Zuge von Digitalisierungsprozessen hat sich auch die Art und Weise verändert, wie neues Wissen entwickelt, genutzt und verbreitet wird. Ob in der Arbeits- Alltags- oder Wissenschaftswelt, es kommen neue Werkzeuge und Verfahren zum Einsatz, die gelernt werden müssen. Das Wissen darüber muss wiederum weitervermittelt werden. Zudem bedarf es hybrider Wissensformen, um neuen Herausforderungen der Wissenserzeugung und Wissensnutzung gewachsen zu sein. Eine faire Organisation von Wissen ist in diesem Zusammenhang eine grundlegende Voraussetzung für die Förderung von Selbstbestimmung und Nachhaltigkeit. Hier erforschen die Forschungsgruppen das Spannungsfeld zwischen Offenheit und Exklusivität von Wissen aus den Perspektiven der Soziologie, der Innovationsforschung, der Informatik und der Wirtschaftsinformatik.

Digitale Infrastrukturen in der Demokratie

Digitale Infrastrukturen spielen eine wichtige Rolle in der Herstellung und Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung und verändern viele gesellschaftliche Handlungsfelder, wie die Gestaltung ziviler Sicherheit. Im Rahmen dieses Forschungsschwerpunkts beschäftigen sich die Forschungsgruppen mit der Entwicklung digitaler Infrastrukturen und dem sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Strukturwandel. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei in der Betrachtung von Spannungsfeldern zwischen Sicherheit und Freiheit aus den Perspektiven der Rechtswissenschaft, Soziologie, Informatik und Politikwissenschaft.

Diese inhaltlichen Forschungsschwerpunkte werden von neu geschaffenen Forschungseinheiten flankiert, die integrierende, synthetisierende und profilbildende Funktionen für das interdisziplinäre Verbundprojekt entwickeln sowie langfristige Forschungs-, Vernetzungs-, Orientierungs- und Infrastrukturleistungen aufbauen werden.


Übersicht der Forschungsgruppen bis zum 14.9.2022

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