Weizenbaum-Forscher*innen mit Best Paper Award ausgezeichnet

Milagros Miceli, Martin Schüßler und Tianling Yang aus der Forschungsgruppe 20 „Kritikalität KI-basierter Systeme“ des Weizenbaum-Instituts wurden im Rahmen der CSCW Conference on Computer-Supported Cooperative Work and Social Computing mit dem Best Paper Award ausgezeichnet. 

In ihrem Paper mit dem Titel „Between Subjectivity and Imposition: Power Dynamics in Data Annotation for Computer Vision” untersuchen die zwei Soziologinnen Milagros Miceli und Tiangling Yang gemeinsam mit dem Mensch-Maschine-Interaktionsspezialisten Martin Schüßler Arbeitspraktiken in den Annotationen von Bildern. Darunter versteht man die Zuordnung von Informationen zu einem Bild. Damit Maschinen die Bedeutung von Bildern erfassen können, ist künstliche Intelligenz erforderlich. Diese muss zunächst mit unzähligen annotierten Bildern darauf trainiert, bestimmte Informationen aus Bildern auslesen zu können. Dieser Dateninput erfolgt durch menschliche Eingabe. 

Für ihre Forschung wurden mehrwöchige Beobachtungen bei Firmen durchgeführt, die sich auf derartige Dienstleistungen spezialisiert haben. In ihrer Analyse stellen die Forscher*innen fest, dass die Mitarbeitenden keinesfalls frei in ihrer Interpretation der Bilder sind. Stattdessen sind sie fest in Unternehmensstrukturen und Machtgefügen eingebunden, sodass ihnen eine Interpretation der Daten auferlegt wird, die den Werten und Zielstellungen der Auftraggeber und Vorgesetzen entspricht. Neben der kritischen Auseinandersetzung mit der oft proklamierten Objektivität von datenbasierten Systemen geben die Forscher*innen zudem Handlungsempfehlungen für eine ethikkonforme Datenannotationspraxis ab.

Die CSCW, die als internationale Top-Konferenz in dem Bereich gilt, hat den zweithöchsten Impact-Faktor im Feld Mensch-Maschine-Interaktion. Das Paper der drei Weizenbaum-Forscher*innen konnte sich gegen 1000 Einreichungen durchsetzen und gehört mit acht weiteren Beiträgen zu den Gewinnern. Eine vorläufige Open-Access-Version des Papers ist hier einzusehen. Eine Präsentation des Papers der drei Forscher*innen kann hier als Video aufgerufen werden.  


 

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