Resilienz von Öffentlichkeiten in einer globalen Gesundheitskrise

Welche Rolle spielten digitale Räume während der Covid-19-Pandemie? Wie erfüllten digitale Medien die Bedürfnisse der Nutzer*innen? Wie verbesserten sie ihre Anpassungsfähigkeit und trugen damit zur Verringerung von Ungewissheit bei? Diesen Fragen gehen Hans-Jörg Trenz, Annett Heft, Michael Vaughan und Barbara Pfetsch in ihrem nun veröffentlichten Paper „Resilience of Public Spheres in a Global Health Crisis“ nach.

Die Covid-19-Pandemie hat "normale" Funktionsweisen von Öffentlichkeit stark beeinträchtigt und einen experimentellen Bewältigungsmodus in Gang gesetzt, in dem neue innovative Formen des kommunikativen Austauschs erprobt und neue Formen von Öffentlichkeit praktiziert wurden. In dem Paper werden die durch die Krise ausgelösten sozialen Reaktionen als besondere Formen der Resilienz von Öffentlichkeiten konzeptualisiert und die Rolle von Digitalisierung und digitalen Räumen bei der Entstehung unterschiedlicher Formen und Dynamiken von Resilienz analysiert. Insbesondere fragen die Autor*innen nach den Funktionsweisen von Öffentlichkeit und beleuchten, wie diese als Reaktion auf die Krise vom Routine- in den Notfallmodus umschalteten und wie digitale Medien solche Verschiebungen unterstützen oder untergraben.

Die Autor*innen zeigen, dass die Anpassung bestehender Praktiken und die Verlagerung von Aktionen in den digitalen Raum wiederkehrende Formen von Resilienz sind, die in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft – der Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und bezüglich der Medien – zum Tragen kommen. Die Studie zeigt auch, dass Resilienzpraktiken dynamisch und kontextabhängig sind. Sie werden begleitet von Dynamiken der Politisierung und Entpolitisierung, von Verschiebungen der Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit und von einem dynamischen Wechselspiel zwischen Resilienz und Widerstand.

Die Studie ist in der Weizenbaum Series erschienen und sowohl auf SSOAR als auch auf der Publikationsseite des Weizenbaum-Instituts verfügbar.

Die Weizenbaum Series ist eine 2019 lancierte Schriftenreihe des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Als Open Access-Format bietet sie den Wissenschaftler*innen des Instituts die Möglichkeit, empirische und theoretische Beiträge zu ihrer Forschung einer breiteren Öffentlichkeit kostenlos zugänglich zu machen. Die Reihe ist offen für unterschiedliche Publikationsformate wie Monografien, Technical Reports, Preprints, Arbeitspapiere und viele mehr.

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