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Wie rechte Nachrichtenseiten in den USA die „Antifa“ darstellen

In seinem nun erschienenen Arbeitspapier wertet Curd Knüpfer 29 rechte Nachrichtenseiten in den USA im Hinblick auf die Frage aus, wie sie den Begriff „Antifa“ definieren und verwenden. Die Ergebnisse zeigen, dass auf diesen Nachrichtenseiten ein Feindbild kreiert wird, welches unter anderem zu politischen Zwecken genutzt wird.

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Wer oder was ist „Antifa“? Nach dem Mord an George Floyd und den darauffolgenden Protesten gegen rassistische Polizeigewalt in verschiedenen US-amerikanischen Städten beschäftigt diese Frage die amerikanische Öffentlichkeit – oder zumindest einen Teil davon. Denn gerade im rechten Spektrum wird in diesem Kontext immer wieder vor einer „terroristischen Organisation“ gewarnt, die professionell agiert, aktiv Unruhe stiften will und von geheimen Geldgebern finanziert wird. 

In dem Arbeitspapier wertet Curd Knüpfer Daten von 29 US-amerikanischen rechten Nachrichtenseiten mit Hilfe inhaltsanalytischer Methoden aus. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie auf diesen Seiten der Begriff „Antifa“ definiert und verhandelt wird. Die Fallauswahl beruht auf Vorarbeit der Forschungsgruppe "Digitalisierung und transnationale Öffentlichkeit", in welcher rechte Nachrichtenseiten in fünf europäischen Ländern und den USA untersucht und miteinander verglichen werden. Bisher wurden diese Angebote nur selten auf ihre Inhalte geprüft. Das Papier zeigt auf, wie in dieser alternativen Nachrichtenökologie ein Feindbild kreiert wird, welches unter anderem auch von Donald Trump weiterverbreitet wurde und zu politischen Zwecken genutzt wird.

Die Studie ist in der Weizenbaum Series erschienen und sowohl auf SSOAR als auch auf der Publikationsseite des Weizenbaum-Instituts verfügbar. 

Die Weizenbaum Series ist eine 2019 lancierte Schriftenreihe des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Als Open Access-Format bietet sie den Wissenschaftler*innen des Instituts die Möglichkeit, empirische und theoretische Beiträge zu ihrer Forschung einer breiteren Öffentlichkeit kostenlos zugänglich zu machen. Die Reihe ist offen für unterschiedliche Publikationsformate wie Monografien, Technical Reports, Preprints, Arbeitspapiere und viele mehr.

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