Plattformarbeit und soziale Ungleichheit in Deutschland und den USA

Wie wirkt sich die Verbreitung der Plattformarbeit auf soziale Ungleichheit aus? Wie reagiert staatliche Regulierung auf diese Entwicklung? Eine Studie des Weizenbaum-Instituts und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) vergleicht die Situation der Plattformarbeiter*innen in Deutschland und den USA.

Die zunehmende Verbreitung von Plattformarbeit wird oftmals als Ursache für eine Verschärfung sozialer Ungleichheiten gesehen. In einer Studie untersuchen Martin Krzywdzinski (Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft/WZB) und Christine Gerber (WZB), wie soziale Ungleichheiten durch Plattformen reproduziert bzw. auch verstärkt werden. Die erste zentrale Frage der Untersuchung bezieht sich auf die Prekarität dieser Form von Arbeit und die Vulnerabilität der Plattformarbeiter*innen. Die zweite Frage fokussiert auf die Bedeutung klassischer Dimensionen sozialer Ungleichheit (Bildung, Geschlecht) in der Plattformarbeit.

Die Studie zeigt, dass Plattformen zwar ein globales Organisationsmodell repräsentieren, zugleich aber jeweils in spezifische Kapitalismusformen eingebettet sind. Die jeweils existierenden Arbeitsmarktsegmentierungen sowie Wohlfahrtsstaatsmodelle beeinflussen, welche sozialen Gruppen auf Plattformen arbeiten und welche Bedeutung diese Arbeit hat. Je schwächer das Netz der sozialen Sicherung, umso mehr stellt die Plattformarbeit sowohl einen Segen als auch einen Fluch dar. Sie bietet eine flexible Einkommensquelle, allerdings oftmals unter sehr prekären Bedingungen. Je stärker die soziale Sicherung, umso stärker hingegen auch die Position der Plattformarbeiter*innen gegenüber den Plattformen.

Die Studie ist in der Weizenbaum Series erschienen und sowohl auf SSOAR als auch auf der Publikationsseite des Weizenbaum-Instituts verfügbar. 

Die Weizenbaum Series ist eine 2019 lancierte Schriftenreihe des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Als Open Access-Format bietet sie den Wissenschaftler*innen des Instituts die Möglichkeit, empirische und theoretische Beiträge zu ihrer Forschung einer breiteren Öffentlichkeit kostenlos zugänglich zu machen. Die Reihe ist offen für unterschiedliche Publikationsformate wie Monografien, Technical Reports, Preprints, Arbeitspapiere und viele mehr.

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