Das Internet in der Corona-Pandemie

Positionspapier zur Rolle und Kritikalität des Internets in der Corona-Pandemie

In einem nun veröffentlichten Positionspapier mit dem Titel "The Internet has coped well with Covid-19, but problems remain: Evidence to House of Lords Committee exploring the impact of Covid-19" untersucht Weizenbaum-Wissenschaftler Volker Stocker zusammen mit dem ehemaligen Weizenbaum-Fellow Jason Whalley von der Northumbria University Newcastle die Rolle und Kritikalität des Internets während der COVID-19-Pandemie.

In Zeiten des Lockdowns und weiterer Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat das Internet einen entscheidenden Beitrag zur Aufrechterhaltung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aktivitäten geleistet. Die Verlagerung von Aktivitäten wie etwa Arbeit, Bildung, Konsum, Unterhaltung oder Kommunikation in den virtuellen Raum hat Bedenken hinsichtlich der Robustheit und Widerstandfähigkeit des Internets geweckt und die Sorge über einen möglichen Internet-Kollaps geschürt.

Der befürchtete Internet-Kollaps blieb jedoch aus. In ihrem Positionspapier zeigen die Autoren, wie das Internet beziehungsweise die Akteure des Internet-Ökosystems sich weitgehend an die steigenden Nachfragen und die sich verändernden Nachfragemuster anpassen konnten. In ihrer Analyse greifen sie zudem die Diskussion um die Rolle von Breitband und Breitbandzugang auf. Unterschiede in der Breitbandversorgung, also seiner Verfügbarkeit und der Leistungsfähigkeit verschiedener breitbandiger Netzzugangstechnologien, haben Einfluss darauf, in welchem Umfang Einzelpersonen ihre Aktivitäten in den virtuellen Raum verlagern und somit gesellschaftlich und wirtschaftlich partizipieren können.

Ferner zeigen Stocker und Whalley, dass sich die Möglichkeiten der Verlagerung verschiedener Erwerbstätigkeiten in den virtuellen Raum stark unterscheiden. Neben einer Betrachtung der technischen und praktischen Unwägbarkeiten bei der Arbeit zu Hause diskutieren sie schließlich auch die Wirkung von COVID-19 auf Ungleichheiten auf Arbeitsmärkten.

Im Oktober 2020 eröffnete das COVID-19 Committee des britischen Oberhauses (House of Lords) eine Untersuchung und einen „Call for Evidence“ zum Thema „Living online: the long-term impact on wellbeing“. Das vorliegende Positionspapier wurde von den Autoren als Beitrag („Written Evidence“) zu dieser Untersuchung eingereicht.

 

 

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