20.05.2026

18:00 Uhr - 19:00 Uhr | Weizenbaum-Institut, Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin

Das Kreditkarten-Buch: Geschichte und Theorie des digitalen Bezahlens

Buchpräsentation mit Sebastian Gießmann, Kultur- und Medienwissenschaftler und Akademischer Oberrat für Medientheorie an der Universität Siegen

Über die Veranstaltung

Bar oder mit Karte? Oder doch mit App oder Blockchain? Sebastian Gießmanns rasante Geschichte der Kreditkarte führt uns in die verborgenen Welten des digitalen Bezahlens. Sie zeigt erstmals, wie unsere digitale Gegenwart in Nordamerika mit einer kleinen Plastikkarte begonnen hat, was Magnetstreifen und Chips eigentlich bedeuten und wie Europa einmal führend im digitalen Bezahlen werden konnte. Gießmann führt die Leser:innen elegant in die verschwiegene Innenwelt von Banken, Kreditkartenorganisationen und computerisierter High-Tech-Sicherheit. Er würdigt die Alltäglichkeit der Transaktion ebenso wie die irrwitzigen true crimes des Kreditkartenbetrugs. Das Kreditkarten-Buch fragt nach der Wahrheit hinter den Werbeslogans, Firmenlogos und Fernsehspots. Wie wir bezahlen, ist politisch. Soziale Teilhabe und Differenz, Konsum, finanzielle Überwachung, die Zukunft des Bargeldes: Im digitalen Bezahlen steht nicht weniger auf dem Spiel als unsere ökonomische Identität.

Im Rahmen der Buchpräsentation stellt Sebastian Gießmann sein neues Buch vor und liest daraus ausgewählte Passagen. Im anschließenden Gespräch diskutiert er mit Alexandra Keiner und Dietmar Kammerer (Weizenbaum-Institut) über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des digitalen Bezahlens.

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Über Sebastian Gießmann

Sebastian Gießmann, Kultur- und Medienwissenschaftler und Akademischer Oberrat für Medientheorie an der Universität Siegen, forscht und lehrt zu den Wechselverhältnissen von Kulturtechniken, Medialität, Ökonomie und Wissen. 2023 war er Gastprofessor für Kulturtechniken und Wissensgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Kölner Habilitationsschrift Das soziotechnische Apriori zur kooperativen Praxis der Medien (2025) ist Grundlage des jüngst erschienenen Kreditkarten-Buchs. In seiner Arbeit verbindet er praxistheoretische Methoden mit historisch fundierten Analysen, um zu untersuchen, wie Netzwerke, Infrastrukturen und digitale Praktiken gesellschaftliche Ordnungen prägen.