Digitalisierung und transnationale Öffentlichkeit

Unsere Forschungsgruppe befasst sich mit der Rolle von digitalen Technologien und Medien bei der Entstehung von (trans-)nationalen Öffentlichkeiten, Kommunikationsinfrastrukturen und Prozessen politischer Mobilisierung. Auf Basis von international-vergleichenden Forschungsdesigns und computergestützten Methoden der sozialwissenschaftlichen Datenerhebung und Analyse untersuchen wir digitale Kommunikationsumgebungen, die sich im Zusammenhang mit rechtspopulistisch aufgeladenen Themen wie Migration, Asyl, Antifeminismus oder Anti-Islamismus in europäischen Ländern sowie den USA herausbilden.

Die Rolle digitaler Technologien

Unsere Forschungsgruppe untersucht die Rolle digitaler Technologien und Formen der Netzwerkkommunikation in rechten und rechtspopulistischen Bewegungen in Europa und den USA. Wir konzentrieren uns auf das Entstehen von Kommunikationsinfrastrukturen, Online-Themenöffentlichkeiten und transnationalen Verbindungen zu kritischen Themen wie Migration, Asyl, Antifeminismus, Fremdenfeindlichkeit oder Anti-Islamismus in unterschiedlichen westlichen Demokratien.

Der Einfluss digitaler Medien

Wie beeinflussen digitale Medien das Wesen von Themenkarrieren, die Dynamik der politischen Mobilisierung und die Muster der Koalitionsbildung in diesen antidemokratischen Bewegungen? Inwiefern fördern digitale Medien transnationale Verbindungen zwischen rechten Netzwerken und populistischen Bewegungen? In unseren Studien analysieren wir die Eigenschaften digitaler Plattformen, die Wechselwirkungen zwischen traditionellen Massenmedien und sozialen Medien in hybriden Mediensystemen sowie die Dynamik nationaler und transnationaler Verbreitungsprozesse und Informationsflüsse. In unseren Projekten konzentrieren wir uns auf Länder in Europa (Schweden, Dänemark, Deutschland, Österreich, Italien, Polen) und die USA. Unsere Forschungsdesigns sind international vergleichend. Darüber hinaus wenden unsere Studien computergestützte sozialwissenschaftliche Methoden wie Web-Scraping, Topic Modelling oder Netzwerkanalysen an.

Die Promotionsprojekte befassen sich mit Netzwerken von Anti-Asylgruppen auf Facebook, um die Bedeutung digitaler Medien für Soziale Bewegungen im rechten politischen Spektrum zu erforschen. Eine weitere Studie rekonstruiert Darstellungen von Weiblichkeit und feministischer Selbstbestimmung in rechten Bewegungsnetzwerken. Eine dritte Promotionsarbeit untersucht Netzwerkstrukturen und Themenkonvergenz internationaler rechtsgerichteter Akteure, die zwecks Kommunikation und Koalitionsbildung in russische Social Media Gruppen migrieren.

Unsere Forschungsgruppe auf dem European Consortium for Political Research (ECPR)

Die 14. Generalkonferenz der ECPR findet dieses Jahr vom 24. - 28. August 2020 virtuell statt. Sie ist eine der bedeutendsten Konferenzen in Europa, die sich der Forschung und internationalen Kooperation der Politikwissenschaft widmet. Unsere Forschungsgruppe „Digitalisierung und transnationale Öffentlichkeit“ (Weizenbaum-Institut / FU Berlin) beteiligt sich mit zwei Themenpanels und fünf Vorträgen an der Konferenz.

Die von der Gruppe vorbereiteten Panels und Vorträge diskutieren die Ergebnisse von Studien, die sich mit Kommunikationsmustern europäischer Rechtsparteien im Wahlkampf, dem Anti-Elitismus rechtsradikaler Akteure, Antifeminismus und nationalem Feminismus im Online-Raum, der Migration rechtsradikaler Akteure auf sicherere digitale Plattformen und den Verbindungen zwischen digitalen Medien und lokalen Protesten befassen.

Einen ausführlichen Zeitplan finden Sie auf der Website der Konferenz.

Call for Abstracts: Special Issue des Journals "Javnost - The Public"

Für eine Special Issue der Fachzeitschrift Javnost - The Public, herausgegeben von Principal Investigator Prof. Dr. Barbara Pfetsch und den ehemaligen Weizenbaum-Fellow Prof. Dr. Hans-Jörg Trenz, können ab sofort Abstracts für Beiträge eingereicht werden. Die Sonderausgabe wird dem Thema "Reclaiming the public sphere in a global health crisis" gewidmet und soll eine Sammlung von Beiträgen über Öffentlichkeitsdynamiken während des gesellschaftlichen Lockdowns, die Schließung des öffentlichen Lebens und den erzwungenen Rückzug in die Privatsphäre darstellen.

Weitere Informationen sind im vollständigen Call for Abstracts zu finden.

Die Abstracts sollten Informationen zum theoretischen Rahmen, zur Argumentation und, im Fall von empirischen Arbeiten, zur Datenquelle und den empirischen Belegen enthalten und die maximale Wortanzahl von 500 Wörtern nicht überschreiten. Bis zum 15. September 2020 können die Abstracts bei Hans-Jörg Trenz, University of Copenhagen (trenz[at]hum.ku.dk) eingereicht werden.

Mitglieder der Forschungsgruppe

Publikationen der Forschungsgruppe

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