Neues Paper in Nature Climate Change über Klimawandel im Fernsehen
02/25/2026Eine Studie unter Mitwirkung von Weizenbaum Wissenschaftler Thomas Kox hat in über 20.000 Fernsehstunden die Darstellung der Klimakrise analysiert.
Das Fernsehen ist weltweit eines der zentralen Medien für Klimakommunikation, doch seine Rolle und Wirkung auf die Einstellung der Bevölkerung wurde bisher wenig untersucht. Eine Studie von Wissenschaftler:innen der Ludwig-Maximilians-Universität München, Fraunhofer IDMT, Universität Hamburg und dem Weizenbaum-Institut hat die Darstellung des Klimawandels im Fernsehen und die Interaktion der Zuschauer:innen mit diesen Inhalten analysiert. Sie erscheint heute im Fachmagazin Nature Climate Change. Dabei wurden rund 23.478 Programmstunden von 20 deutschen Fernsehsendern über einen Zeitraum von zwei Monaten im Jahr 2022 untersucht. Die Reaktion des Publikums auf die gezeigten Klimainhalte haben die Forschenden über eine repräsentative Umfrage (n = 1.445) ermittelt.
Zu Beginn der Multikrise im Herbst 2022 befassten sich 2,2 % der Sendezeit mit Klimathemen, in dieser Zeit dominierten vor allem der Krieg in der Ukraine, die Inflation und die Energiekrise den öffentlichen Diskurs. Die Klimaberichterstattung war dabei fast ausschließlich in Nachrichtenformaten konzentriert und erreichte so vor allem klimabewusste Menschen. Klimadistanzierte Gruppen, die stärker Unterhaltungsprogramme bevorzugen, wurden stattdessen kaum erreicht.
Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse eine ungleiche Geschlechterverteilung in Fernsehprogrammen – 66 Prozent der gezeigten Personen waren männlich. Ebenso waren Politiker:innen in der Berichterstattung überrepräsentiert. Zusammengenommen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass eine Stärkung des inklusiven Storytellings, also eine Diversifizierung der Darstellung und Formatinnovationen die Reichweite der Klimakommunikation im Fernsehen verbessern können.
Weizenbaum Wissenschaftler Thomas Kox hat die Studie konzeptionell und wissenschaftlich begleitet. Am Weizenbaum-Institut leitet er die Forschungsgruppe „Digitalisierung und vernetzte Sicherheit“ und beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von und dem Umgang mit Unsicherheit, Praktiken des Katastrophen- und Bevölkerungsschutzes sowie Wetterauswirkungen, Warnungen und Citizen Science.