Fake/Fact aus Holzbuchstaben

Internationaler Fact-Checking Day - Fakten statt Fakes

04/01/2026

Zum Internationalen Tag des Fact-Checkings wird deutlich: Der Umgang mit Desinformation ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Forschungsergebnisse zeigen, wie Faktenprüfung, Plattformregulierung und gesellschaftliche Narrative ineinandergreifen.

Am 2. April macht der Internationale Tag des Fact-Checkings deutlich, wie wichtig der gemeinsame Einsatz gegen Desinformation ist. Mit diesem Aktionstag würdigt das Internationale Fact-Checking Network (IFCN) jährlich Faktenprüfer:innen weltweit, die Falschinformationen aufdecken und so zum Schutz der Gesellschaft beitragen.

Faktenprüfung ist dabei nicht nur Aufgabe von Expert:innen, sondern eine Verantwortung, die alle betrifft. Wer auf verlässliche Quellen setzt, stärkt den öffentlichen Diskurs und fördert eine informierte Meinungsbildung. Denn #FactsMatter – für eine widerstandsfähige und gut informierte Gesellschaft, nicht nur am #FactCheckingDay, sondern jeden Tag.

Die Forschung am Weizenbaum-Institut beschäftigt sich in vielen Bereichen mit Desinformationen, Fact-Checking und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen. Eine Auswahl zentraler Beiträge findet sich hier:

  • Weizenbaum-Forscherin Rita Gsenger stellte auf der republica 2025 die Ausstellung “fabricated” vor, bei der Besucher:innen durch Spiele und interaktive Installationen über künstliche Intelligenz, Falschinformationen, Inhaltsmoderation und viele weitere Konzepte lernen: Einblick in die Ausstellung "fabricated" (Video)

  • Im Interview betont Weizenbaum-Forscherin Jeanette Hofmann, dass die Debatte über Desinformation auf Social Media oft am Kern des Problems vorbeigegangen ist. Sie lenkt den Blick auf die Schwächen gesellschaftlicher Narrative, den Umgang der Massenmedien mit heimischen Populisten und die Tatsache, dass Desinformation auch Gemeinschaft stiftet: Interview mit Jeanette Hofmann

  • Der NeoVex-Forschungsverbund widmete sich der Untersuchung von Verschwörungstheorien, wie diese von Rechtsextremen eingesetzt werden und welche Rolle Plattformen bei ihrer Verbreitung spielen. Weizenbaum-Forscher:innen Annett Heft, Kilian Bühling und Xixuan Zhang analysierten die Narrative „New World Order“ und „White Genocide“ und verfolgten deren Weg von alternativen Plattformen wie 4Chan oder Reddit zu Mainstream-Plattformen wie X/Twitter, zu Alternativmedien wie Breitbart oder Compact sowie zu Leitmedien wie der Washington Post oder der Süddeutschen Zeitung: Bericht "Verschwörungstheorien besser verstehen mit dem Neovex-Forschungsverbund"

  • Im Discussion Paper “Regulating Digital Platforms in Times of Democratic Crisis – What is Next for Germany and the EU?” beschäftigen sich die Weizenbaum-Forscher:innen Clara Iglesias Keller, Jakob Ohme, Lukas Seiling und Christoph Neuberger mit Veränderungen bei der Inhaltemoderation großer Social-Media-Plattformen und analysieren sie mit Blick auf die krisenhafte Entwicklung der liberalen Demokratie. Wir haben Clara Iglesias Keller zu diesen Entwicklungen befragt: Interview mit Clara Iglesias Keller

Zum Internationalen Fact-Checking Day wird erneut deutlich: Der Umgang mit Desinformation erfordert das Zusammenspiel von Medienkompetenz, unabhängiger Forschung und verantwortungsvoller Plattformgestaltung. Die Beispiele zeigen, dass Fact-Checking über die reine Überprüfung von Fakten hinausgeht und auch Narrative, digitale Öffentlichkeiten sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Informationskrisen umfasst.

Für Journalist:innen stellt das Weizenbaum-Institut einen Medienservice bereit, der den Zugang zu wissenschaftlicher Expertise erleichtert. Medienschaffende können dort direkt mit Forschenden zu Themen wie Desinformation, Plattformregulierung oder digitaler Öffentlichkeit in Kontakt treten. So tragen wir dazu bei, komplexe Entwicklungen evidenzbasiert einzuordnen und verantwortungsvoll in die Berichterstattung einzubringen. Auch unsere Verbundpartnerin, die Freie Universität (FU), hat zum Fact-Checking Day eine Expert:innenliste mit Forschenden veröffentlicht, die zu diesen Themen arbeiten.