WIr im Verbund: Herbert Zech

13.04.2026

In der neusten Ausgabe unserer Reihe stellen wir Herbert Zech vor. Als Direktor und Principal Investigator forscht er am WI und der Humboldt-Universität zu Berlin zur Beziehung von Recht und digitalen Technologien.

Vernetzte Forschung für eine vernetzte Welt: In der Reihe „WIr im Verbund“ stellen wir die Direktor:innen und Principal Investigators des Weizenbaum-Instituts vor. Sie berichten, warum sie am WI forschen, welche Rolle die interdisziplinäre Arbeit für ihre Universität oder Forschungseinrichtung spielt und wie das Institut die Gesellschaft in digitalen Zeiten unterstützt.

Welche Regeln sollten für digitale Technologien gelten?

Vom absoluten Novum zur Anwendung, die viele Menschen täglich nutzen – KI hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung hingelegt, mit der das Recht nur schwer mithalten kann. Kann und soll es immaterialgüterrechtlichen Schutz für KI-Modelle geben? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sollten für Trainingsdaten von KI gelten? Wer sollte beim Einsatz von KI haften?

Am Weizenbaum-Institut forscht Herbert Zech zur Beziehung von Recht und digitalen Technologien. Er ist Direktor und Principal Investigator der Forschungsgruppe Normsetzung und Entscheidungsverfahren. Zech forscht und lehrt außerdem an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er einen Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Technik- und IT-Recht innehält.

Seine Forschungsgruppe Normsetzung und Entscheidungsverfahren ist eine der beiden einzigen am WI, die sich mit normativen Fragen beschäftigen – also nicht die Auswirkungen einer bestimmten Technologie auf die Gesellschaft ergründen, sondern einen Schritt früher ansetzen und untersuchen, welche Regeln die richtigen für den Einsatz einer neuen Technologie wären. Dabei beschäftigt sich sein Team nicht nur mit der staatlichen Rechtsprechung, sondern auch mit privaten Akteuren, allen voran den großen Digitalunternehmen, die ebenfalls Regeln im digitalen Raum bestimmen. Aktuell forschen Doktorand*innen der Forschungsgruppe etwa zu Lizenzierungsmodellen für Open Source-KI, zur EU-Datenverordnung (Data Act) und zum European Health Data Space oder daran, wie sich die europäische KI-Verordnung (AI Act) auf die Innovation in Deutschland und Europa auswirkt. Auch Fragen zukünftiger technikgetriebener Gesetzgebung wie der EU Quantum Act werden beleuchtet.

„Im Bereich Recht und Digitalisierung hagelt es momentan geradezu Gesetze. Das Weizenbaum-Institut ermöglicht es uns Jurist*innen, gemeinsam mit Soziolog*innen und Philosoph*innen diese neue Rechtsetzung ganzheitlich zu beurteilen. Das ist ziemlich einzigartig in Deutschland und ermöglicht eine interdisziplinäre Forschung, die mit aktuellen Entwicklungen Schritt hält.“

Enge Vernetzung für mehr interdisziplinäre Begegnung

Das Team am Lehrstuhl von Herbert Zech an der Humboldt-Universität ist eng vernetzt mit der Forschungsgruppe am Weizenbaum-Institut. Immer wieder kommen auch Doktorand*innen der juristischen Fakultät im Rahmen eines Fellowships oder einer längerfristigen Assoziierung an das Weizenbaum-Institut und freuen sich darüber, dessen Kontakte und Möglichkeiten nutzen zu können. Andererseits bereichern Mitglieder der Forschungsgruppe die Lehre in den Bereichen Rechtswissenschaft und Informatik an der Humboldt-Universität. Auch das Humboldt Intellectual Property Institute (HIPI) sowie das DFG-Graduiertenkolleg „DynamInt“ der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität sind eng an das Weizenbaum-Institut angebunden.

„Für die Humboldt-Universität sehe ich den großen Vorteil, dass das Weizenbaum-Institut ein unfassbarer Multiplikator für die interdisziplinäre Vernetzung ist. Das ist an einem gewöhnlichen Universitäts-Lehrstuhl durch die Aufteilung in verschiedene Disziplinen nicht selbstverständlich. Das Weizenbaum-Institut ist wie eine interdisziplinäre Fakultät – ein spannender Begegnungsort für Studierende, Doktorand*innen und Professor*innen.“

Über die Humboldt-Universität

Die Humboldt-Universität zu Berlin verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Geleitet vom Erbe Humboldts steht sie für freie, unabhängige Forschung, forschendes Lernen und einen offenen Wissensaustausch mit der Gesellschaft.

Die Humboldt-Universität ist Verbundpartnerin des WI und war federführend am Aufbau des Instituts beteiligt. Sie bringt mit der Beteiligung in den Bereichen Rechtswissenschaft und Informatik zentrale Kompetenzen in die inter- und transdisziplinäre Forschung am WI ein.