15.10.2026

19:00 Uhr - 20:30 Uhr | Weizenbaum-Institut, Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin

Die Bezahlkarte – Digitale Entrechtung von Geflüchteten?

Seit August 2026 wird die Bezahlkarte für Geflüchtete auch in Berlin ausgegeben. Damit ist sie inzwischen in allen Bundesländern eingeführt. Politisch wird die Karte häufig als moderne und digitale Form der Leistungsgewährung dargestellt, die Verwaltungsprozesse vereinfachen und effizienter machen soll.

Vom 13. bis 15. Oktober findet in Berlin wieder die Smart Country Convention statt, eine der zentralen Messen für die Digitalisierung von Staat und öffentlicher Verwaltung: Dort werden moderne digitale Verwaltungsprojekte vorgestellt, zu denen z. B. auch die Bezahlkarte zählt.

Aus diesem Anlass wirft das Weizenbaum-Institut am 15.10. einen differenzierten Blick auf dieses Beispiel digitaler Verwaltung und fragt, welche konkreten Auswirkungen dies auf das Alltagleben der Betroffenen hat..

Denn bei der Bezahlkarte geht es um mehr als um eine technische Lösung oder eine effizientere Verwaltung. Mit ihr wird auch festgelegt, wie Menschen über ihr Geld verfügen können: wie viel Bargeld sie abheben dürfen, ob sie Geld überweisen können oder wofür und wo die Karte eingesetzt werden kann. Digitalisierung macht es dabei möglich, politische Entscheidungen und Einschränkungen direkt technisch umzusetzen.

Die Podiumsdiskussion bringt unterschiedliche Perspektiven auf die Bezahlkarte zusammen. Gemeinsam mit Betroffenen und Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Beratung und Wissenschaft wollen wir darüber sprechen, was die Karte im Alltag für Geflüchtete bedeutet und wie sie im Zusammenhang mit der aktuellen Verschärfung der Migrationspolitik zu verstehen ist. Welche Einschränkungen werden mit der Bezahlkarte technisch umgesetzt? Was bedeutet es, wenn bestimmte Gruppen Sozialleistungen nur noch in einer eingeschränkten Form erhalten? Und wie kann Digitalisierung Verwaltung vereinfachen, ohne gleichzeitig zu einem Instrument für Kontrolle und politisch gewollte Einschränkungen zu werden?

Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen dem Weizenbaum-Institut und der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.

Die Podiumsdiskussion findet auf Deutsch und Englisch statt und wird simultan in beide Sprachen übersetzt.

Auf dem Panel

    • Sarah Lincoln (Gesellschaft für Freiheitsrechte – GFF)

    • Judy Mbiyu (Women in Exile)

    • Emily Barnickel (Flüchtlingsrat Berlin)

    • Alexandra Keiner (Weizenbaum-Institut) 

    • Moderation: Katharina Schoenes

Bitte melden Sie sich hier für die kostenfreie Veranstaltung an