10/13/2026 - 10/15/2026

Messegelände Berlin, Jafféstraße 2, Tor 25, 14055 Berlin

Die Bezahlkarte – Digitale Entrechtung von Geflüchteten?

Seit August 2026 wird die Bezahlkarte für Geflüchtete auch in Berlin ausgegeben. Damit ist sie inzwischen in allen Bundesländern eingeführt. Politisch wird die Karte häufig als moderne und digitale Form der Leistungsgewährung dargestellt, die Verwaltungsprozesse vereinfachen und effizienter machen soll.

Vom 13. bis 15. Oktober findet in Berlin die Smart Country Convention statt, eine der zentralen Veranstaltungen zur Digitalisierung von Staat und Verwaltung. Auch dort wird die Bezahlkarte als Beispiel für eine moderne und digitale Verwaltung präsentiert. Dem wollen wir an diesen Tagen einen anderen Blick auf die Bezahlkarte entgegenstellen und danach fragen, was diese Form der Digitalisierung für diejenigen bedeutet, die sie unmittelbar betrifft.

Denn bei der Bezahlkarte geht es um mehr als um eine technische Lösung oder eine effizientere Verwaltung. Mit ihr wird auch festgelegt, wie Menschen über ihr Geld verfügen können: wie viel Bargeld sie abheben dürfen, ob sie Geld überweisen können oder wofür und wo die Karte eingesetzt werden kann. Digitalisierung macht es dabei möglich, politische Entscheidungen und Einschränkungen direkt technisch umzusetzen.

Die Podiumsdiskussion bringt unterschiedliche Perspektiven auf die Bezahlkarte zusammen. Gemeinsam mit Betroffenen und Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Beratung und Wissenschaft wollen wir darüber sprechen, was die Karte im Alltag für Geflüchtete bedeutet und wie sie im Zusammenhang mit der aktuellen Verschärfung der Migrationspolitik zu verstehen ist. Welche Einschränkungen werden mit der Bezahlkarte technisch umgesetzt? Was bedeutet es, wenn bestimmte Gruppen Sozialleistungen nur noch in einer eingeschränkten Form erhalten? Und wie kann Digitalisierung Verwaltung vereinfachen, ohne gleichzeitig zu einem Instrument für Kontrolle und politisch gewollte Einschränkungen zu werden?

Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen dem Weizenbaum-Institut und der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt.

Die Podiumsdiskussion findet auf Deutsch und Englisch statt und wird simultan in beide Sprachen übersetzt.

Auf dem Panel

    • Sarah Lincoln (Gesellschaft für Freiheitsrechte – GFF)

    • Judy Mbiyu (Women in Exile)

    • Emily Barnickel (Flüchtlingsrat Berlin)

    • Alexandra Keiner (Weizenbaum-Institut) 

    • Moderation: Katharina Schoenes

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