Neuer Kolonialismus – NANO Talk mit Lena Ulbricht
01/27/2026Ob KI, Suchmaschinen oder Online-Shopping, alles kaum denkbar ohne die Tech-Giganten – doch auch nicht ohne Daten, die Technologie-Unternehmen aus verschiedenen Ländern in großem Stil aus dem globalen Süden sammeln, so wie einst Rohstoffe. Im NANO Talk auf 3sat diskutieren Lena Ulbricht, Rainer Mühlhoff und Aram Ziai über „modernen Kolonialismus“.
Der sogenannte moderne Kolonialismus weist in zentralen Aspekten Parallelen zum Kolonialismus der frühen Neuzeit auf. Auch wenn sich Akteure und Kontexte verändert haben, bestehen grundlegende Mechanismen wie Ressourcenausbeutung und die Herstellung von Abhängigkeiten fort.
Während Kolonialismus historisch vor allem auf territorialer Expansion, Rohstoffgewinnung und Versklavung zielte, stehen heute zusätzlich digitale Daten, seltene Erden und geopolitische Interessen im Fokus. Neben Staaten treten zunehmend globale Technologieunternehmen wie Alphabet oder Meta als zentrale Akteure auf.
Im NANO Talk am 22. Januar 2026 ging es in der Diskussion um die Frage, inwiefern koloniale Strukturen in veränderter Form fortbestehen, welche neuen Abhängigkeiten entstehen und wie sich Macht im Zusammenspiel von Staaten und Konzernen neu verteilt.
Der Talk ist in der ZDF-Mediathek verfügbar.
Speaker
-
Lena Ulbricht, Professorin für Politikwissenschaft und Digitalisierung an der Universität Hildesheim und assoziierte Forscherin: WI-Forschungsgruppe „Technik, Macht und Herrschaft“
-
Rainer Mühlhoff, Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz an der Universität Osnabrück und ehemaliger assoziierter Forscher: WI-Forschungsgruppe „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Teilhabe“
-
Aram Ziai, Politikwissenschaftler für Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien, Universität Kassel
-
Stephanie Rohde (Moderation)