Auftakt #ELIZA60: Kritische Perspektiven auf Künstliche Intelligenz
05/29/2026Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung hat das Weizenbaum-Institut das Jubiläumsprogramm #ELIZA60 eröffnet.
Im Mittelpunkt des Abends standen kritische Perspektiven auf Künstliche Intelligenz (KI) und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen. Forschende des Instituts diskutierten zentrale Anwendungsfelder der Technologie, die derzeit besonders kontrovers bewertet werden – darunter der Einsatz von KI durch Militär und Polizei, ökologische Folgen sowie gesellschaftliche Ungleichheiten im Zusammenhang mit KI-Systemen.
Zum Einstieg führte Christian Strippel, Forschungsgruppenleiter am Weizenbaum-Institut, in die Ideen und kritischen Positionen des Informatikers und Institutsnamensgebers Joseph Weizenbaum ein. Er machte deutlich, dass viele aktuelle Debatten um KI bereits in Weizenbaums Arbeiten angelegt seien – insbesondere in Bezug auf die Frage, in welchem Ausmaß wir Maschinen Entscheidungen überlassen und die Gestaltung digitaler Technologien mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden sollten.
Im anschließenden Gespräch mit Forschenden des Instituts wurden unterschiedliche Aspekte der KI-Kritik vertieft. Alexandra Keiner sprach über den Einsatz von KI und anderen digitalen Technologien in der Grenz- und Migrationspolitik und thematisierte deren Auswirkungen auf Überwachung und gesellschaftliche Teilhabe. Rainer Rehak äußerte sich zu den ökologischen Folgen der Herstellung, Nutzung und Entsorgung von KI und verwandten Systemen. Forschungsgruppenleiterin Milagros Miceli lenkte den Blick auf die oft unsichtbare Datenarbeit hinter KI-Anwendungen und zeigte auf, unter welchen teils äußerst prekären Bedingungen diese Arbeit erfolgt.
Auch das Publikum beteiligte sich engagiert an der Diskussion und brachte eigene Fragen sowie weitere kritische Perspektiven ein. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit KI über technische Innovationen hinausgeht und grundlegende Fragen von Verantwortung, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit berührt.
Beim anschließenden Empfang wurde nicht nur der Auftakt des Jubiläumsjahres #ELIZA60 gefeiert, sondern auch die Veröffentlichung der englischen Übersetzung des Taschenbuchs „Künstliche Intelligenz zwischen Mythos und Kritik“. Die Publikation, die in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung entstanden ist, bietet einen Einblick in das Denken Joseph Weizenbaums und stellt zentrale Konzepte und Ansätze der KI-Kritik vor.
Publikation (EN) zum Download: „Myths and Criticism of Artificial Intelligence“
Publikation (DE) zum Download: „Künstliche Intelligenz zwischen Mythos und Kritik“
Weitere Informationen zum Jubliäumsjahr finden Sie auf dieser Seite.