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Dr. Stefan Ullrich

Assoziierter Forscher
Stefan Ullrich

Stefan Ullrich ist promovierter Diplom-Informatiker und Magister-Philosoph, der sich kritisch mit den Auswirkungen der allgegenwärtigen informationstechnischen Systeme auf die Gesellschaft beschäftigt. Bis 2022 war er Forschungsgruppenleiter am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, wo er nun mit der Forschungsgruppe „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Teilhabe“ assoziiert ist.

Seit 2022 ist er Referent für die KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz der ZUG im Auftrag des Bundesumweltministeriums und für die Wissenschaftskommunikation und Didaktik von KI-Systemen zuständig.

Er war langjähriger Mitarbeiter der Arbeitsgruppe „Informatik in Bildung und Gesellschaft“ der HU Berlin bei Prof. Wolfgang Coy. Im Anschluss forschte er zu Fragen des Spannungsfelds „techne und episteme“ am Excellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“ der HU Berlin. Seine Dissertation befasste sich mit den informationstechnischen Grundlagen des öffentlichen Vernunftgebrauchs.

Stefan Ullrich ist Ko-Vorsitzender der Kommission für Ethik in der Forschung der TU Berlin, er ist Mitglied der Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung und stellvertretender Sprecher der Fachgruppe „Informatik und Ethik“ der deutschen Gesellschaft für Informatik (GI e.V.). Außerdem ist er aktives Mitglied des Forums Informatikerinnen und Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF e.V.) sowie der Studiengruppe Digitalisierung der VDW. Seit 2019 ist er im Beirat der International Federation for Information Processing (IFIP), Chapter TC 9.

Positionen am Weizenbaum Institut

Assoziierter Forscher seit 1. Januar 2023

Forschungsgruppe „Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Teilhabe

 

Forschungsgruppenleiter bis 14. September 2022

Forschungsgruppe „Verantwortung und das Internet der Dinge

Mitgliedschaften und Funktionen

  • Seit 2011 Sprecher der Fachgruppe „Informatik und Ethik“ der deutschen Gesellschaft für Informatik (GI e. V.)
  • Mitglied des Forums Informatikerinnen und Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF e. V.)
  • Ko-Vorsitzender der Kommission für Ethik in der Forschung der TU Berlin       
  • Deutsche Vertreter des Chapters TC 9.2.2 der International Federation for Information Processing (IFIP)

Projekte

Informationelle Nachhaltigkeit und Öffentlichkeit (2022-2023)

Nachhaltigkeit besitzt mehrere Dimensionen, im Allgemeinen werden die ökologische, die ökonomische sowie die soziale Nachhaltigkeit unterschieden. Für das Spannungsfeld von Nachhaltigkeit und Digitalisierung schlagen wir den neuen Begriff der Informationellen Nachhaltigkeit vor, angelehnt an den Datenschutzbegriff der Informationellen Selbstbestimmung. Informationelle Nachhaltigkeit untersucht die informationstechnischen Grundbedingungen aller Nachhaltigkeitsdimensionen.

Der für die Aufklärung essentielle öffentliche Vernunftgebrauch setzte immer eine Leserschaft [sic] voraus. In Privatsalons und Kaffeehäusern wurde mündlich und direkt diskutiert, Wissensbasis und Diskussionsthemen wurden in den Leitmedien der Zeit schriftlich und vermittelt behandelt. Über ein Jahrhundert später müssen wir uns fragen: Gibt es noch Leit- und Massenmedien – oder werden durch ökonomische Zwänge und aufmerksamkeitspsychologische Tricks hyperindividuelle Medien erschaffen, die Teilhabe an der Gesellschaft erschweren kann? Ist der Betrieb des »Fourth Estates« nachhaltig? Welche Fünfte und Sechste Gewalt könnte sich herausbilden?

Ziel dieses Forschungsprojekts ist eine gemeinsame Publikation in einem geeigneten Journal sowie ein Beitrag auf der Fachkonferenz Bits & Bäume, die am 16.+17.6. Juni 2023 in Münster stattfindet.

Gemeinwohlorientierte Künstliche Intelligenz für Alle (2022-2023)

Künstliche Intelligenz (KI) ist der Rorschachtest unserer Zeit. Wünsche und Sorgen der vernetzten Gesellschaft werden diesem Teilbereich der Informatik zugeschrieben. Computerpionier*innen wie Joseph Weizenbaum, Grace Hopper und Heinz Zemanek warnten schon früh, dass wir die informationelle Hoheit über unsere Geräte behalten müssen. Wenn ein komplexes informationstechnisches System am Ende der Berechnung eine Zahl ausgibt, muss diese Zahl in den Kontext gesetzt und interpretiert werden. Dazu ist ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise nötig. Dieses Wissen muss nachhaltig an alle von den Systemen Betroffenen weitergegeben werden. Bildung ist also eine zentrale Frage der KI.

Künstliche Intelligenz (KI) ist eng verbunden mit großen Institutionen und Firmen, im Forschungsprojekt wollen wir einen gemeinwohlorientierten »Learning by Making«-Ansatz durchführen und evaluieren. Dazu wird gemeinsam mit dem Methods Lab des Weizenbaum-Instituts und der KI-Ideenwerkstatt für den Umweltschutz ein Format entwickelt, das einerseits Verständnis über die Funktionsweise von KI vermitteln soll, gleichzeitig aber auch die Technik demystifiziert und als das nutzt, wofür es gedacht war: Als Wissenswerkzeug für komplexe Daten, wie sie beispielsweise in den Umweltwissenschaften anfallen.

Ziel dieses Forschungsprojekts ist die Entwicklung einer praktischen Workshop-Methode in Zusammenarbeit mit dem Methods Lab des Weizenbaum-Instituts. Dabei sollen die Vorarbeiten des Wissenswerkzeugs »Weizenbaum Knowledge Hypercube« aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Darüber hinaus soll diese Methode in einem geeigneten Raum (Berlin Open Lab, KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz Berlin-Neukölln) für ein interdisziplinäres Publikum umgesetzt werden in Hands-On-Workshops, beispielsweise im Rahmen der Weizenbaum Conference 2023 und/oder der Berlin Science Week vom 1.-10. November 2023.

Turing-Bus (2018-2020)

Das von Stefan Ullrich mitkonzipierte und vom BMBF geförderte mobile Bildungsprojekt „Turing-Bus“ vermittelt nicht nur zentrale Konzepte der Informatik, sondern ermöglicht es Schüler:innen, ihrer politischen Meinung Ausdruck zu geben.

Kontakt
Email
stefan.ullrich@gi.de
Organisation
KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz, ZUG gGmbH

Publikationen

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