WIr im Verbund: Martin Krzywdzinski
09.03.2026In der neusten Ausgabe unserer Reihe stellen wir Martin Krzywdzinski vor. Als Direktor und Principal Investigator forscht er am WI und am WZB zum technologischen Wandel in der Arbeitswelt – insbesondere durch KI.
Vernetzte Forschung für eine vernetzte Welt: In der Reihe „WIr im Verbund“ stellen wir die Direktor:innen und Principal Investigators des Weizenbaum-Instituts vor. Sie berichten, warum sie am WI forschen, welche Rolle die interdisziplinäre Arbeit für ihre Universität oder Forschungseinrichtung spielt und wie das Institut die Gesellschaft in digitalen Zeiten unterstützt.
Professor Martin Krzywdzinski ist Direktor und Vorstandsmitglied am Weizenbaum-Institut sowie Principal Investigator der Forschungsgruppe „Arbeiten mit Künstlicher Intelligenz“. Zugleich leitet er die Forschungsgruppe „Globalisierung, Arbeit und Produktion“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
Digitalisierung der Arbeit verstehen und gestalten
In seiner Forschung untersucht der Soziologe den technologischen Wandel in der Arbeitswelt. Im Fokus stehen Automatisierungsprozesse, die Digitalisierung industrieller Arbeit sowie deren Auswirkungen auf Arbeitsorganisation, Qualifikationsanforderungen und Beschäftigtenstrukturen. Seine Forschung ist international vergleichend angelegt und umfasst unter anderem Studien zur Plattformökonomie, zur Automatisierung industrieller Arbeitsprozesse sowie zu Aushandlungs- und Mitbestimmungsprozessen beim technologischen Wandel in Unternehmen.
Am Weizenbaum-Institut kann Krzywdzinski die sozialwissenschaftliche Forschung am WZB gezielt mit technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven verbinden. Der Austausch mit Informatik, Wirtschaftsinformatik und weiteren am Weizenbaum-Institut vertretenen Disziplinen ermöglicht es, die Entwicklung digitaler Technologien und ihre Auswirkungen auf Arbeit fächerübergreifend zu beleuchten – von der technischen Gestaltung bis zu den sozialen Folgen in Betrieben.
„Am Weizenbaum-Institut denken wir die Digitalisierung der Arbeit aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zusammen. Dieser interdisziplinäre Austausch ermöglicht es, KI und andere Technologien in ihren Auswirkungen auf Beschäftigte und Organisationen umfassend zu untersuchen.“
Wie Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert
In der Forschungsgruppe „Arbeiten mit Künstlicher Intelligenz“ untersucht ein interdisziplinäres Team, wie sich Arbeit durch den Einsatz von KI-Systemen verändert. Entwicklungen im Bereich des maschinellen Lernens führen dazu, dass KI vermehrt in der Arbeitswelt eingesetzt wird. Dadurch verändern sich Arbeitsprozesse, die Zusammenarbeit von Menschen und technischen Systemen sowie Qualifikationsanforderungen.
Im Mittelpunkt der Forschung stehen zwei Fragen: Wie verändern sich Arbeitsprozesse durch den Einsatz von KI-Systemen? Und welche Faktoren sind entscheidend für eine erfolgreiche Einführung solcher Systeme in Unternehmen? Um diese Fragen zu beantworten, kombiniert das Team qualitative Fallstudien und Längsschnittanalysen mit quantitativen Befragungen sowie experimentellen Ansätzen zur Zusammenarbeit von Mensch und KI.
Über das WZB
Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) erforscht grundlegende gesellschaftliche Fragen moderner Gesellschaften. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel, wirtschaftliche Dynamik, politische Ordnung sowie soziale Ungleichheit. Die Forschung am WZB ist interdisziplinär angelegt und verbindet Perspektiven aus Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Recht und Psychologie. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse für gesellschaftliche und politische Debatten nutzbar zu machen.