Weizenbaum Conference 2026: Die Rolle der Wissenschaft in Zeiten von KI
02.06.2026Generative KI verändert nicht nur Technologien, sondern auch gesellschaftliche Machtverhältnisse und unser Verständnis von Wissen und Verantwortung. Die internationale Weizenbaum Conference 2026 bringt am 10. und 11. Juni in Berlin mehr als 50 Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um die Auswirkungen generativer KI auf Gesellschaft, Arbeit, Wissensproduktion und politische Ordnung zu diskutieren.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die neuen technologischen Möglichkeiten nutzen lassen, ohne ihre Verzerrungen, Abhängigkeiten und gesellschaftlichen Risiken zu verstärken.
Für die Organisator:innen und Vorsitzenden des Konferenzprogrammkomitees, Dr. habil. Anne Krüger und Professor Florian Butollo vom Weizenbaum-Institut, stehen die politischen, sozialen und normativen Folgen der Verbreitung generativer KI im Vordergrund – nicht die technische Leistungsfähigkeit. „Die Konferenz bietet eine erste empirische Bestandsaufnahme von gesellschaftlichen Veränderungen im Zeitalter der generativen KI – jenseits der üblichen wilden Prognosen und Spekulationen", betont Krüger, Leiterin der Forschungsgruppe „Reorganisation von Wissenspraktiken“.
Im Fokus stehen die Veränderungen in der Arbeitswelt und der Wissensproduktion. Darüber hinaus werden auch Fragen von Machtkonzentration, Ungleichheit, Geschlechterverhältnissen und politischer Gestaltung diskutiert. Die Konferenz verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit gesellschaftlichen und politischen Perspektiven und schafft so einen Raum für eine breitere Debatte über die Auswirkungen generativer KI.
Die Organisator:innen betonen zudem die besondere Rolle der Wissenschaft. Die öffentliche Debatte über KI ist häufig von Narrativen geprägt, die eher auf Imaginationen als auf tatsächlichen Veränderungen beruhen. Empirische Forschung kann helfen, diese Diskussion zu versachlichen und den Blick auf die konkreten Folgen für Arbeit, Expertise und Wissensproduktion zu schärfen. „Bislang gibt es zwar große Aufmerksamkeit dafür, wie generative KI die Gesellschaft prägt, aber wenig solide Diskussionen auf Basis von Forschungsergebnissen", so Butollo, assoziierter Forscher am Weizenbaum-Institut und Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt.
Die Konferenz richtet ihren Blick auch auf die langfristigen Folgen für die Wissensprouktion. Mit generativer KI verändern sich nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch das Verhältnis zwischen menschlicher Expertise und KI-Systemen. Das ist besonders relevant, weil auf dieser Grundlage weitreichende Entscheidungen getroffen werden –etwa in der Medizin, in der Rechtsprechung und in der Wissenschaft.
Interview mit Anne Krüger und Florian Butollo: https://www.weizenbaum-institut.de/news/detail/die-rolle-der-wissenschaft-in-zeiten-von-genai-ein-gespraech-mit-den-organisatorinnen-der-wiconf26/
Zum Programm: https://www.weizenbaum-conference.de/
Einladung für Journalist:innen
Journalist:innen sind herzlich eingeladen, an der Weizenbaum Conference 2026 am 10. und 11. Juni teilzunehmen. Sie können sich für die Konferenz bis zum 9. Juni bei Jasmine Ait-Djoudi presse[at]weizenbaum-institut.de akkreditieren.
Ort: bUm – Raum für soziales Miteinander, Paul-Lincke-Ufer 21, 10999 Berlin