VolkswagenStiftung fördert Forschung zu Polarisierung auf TikTok und Youtube

08.07.2026

Das Weizenbaum-Institut übernimmt die Projektleitung und erhält den größten Förderanteil. Projektpartner sind die Gesellschaft für Freiheitsrechte, die Initiative „Wir sind der Osten“ und die Universität Erfurt. Das Vorhaben trägt den Titel „Triggering Democratic Frustration: Understanding and Countering Strategic Polarisation on Digital Platforms“.

Die VolkswagenStiftung fördert ein Verbundprojekt zur Erforschung gesellschaftlicher Polarisierung auf digitalen Plattformen mit rund 1,4 Millionen Euro. Das Weizenbaum-Institut übernimmt die Projektleitung und erhält den größten Förderanteil. Projektpartner sind die Gesellschaft für Freiheitsrechte, die Initiative „Wir sind der Osten“ sowie die Universität Erfurt. Das Vorhaben trägt den Titel „Triggering Democratic Frustration: Understanding and Countering Strategic Polarisation on Digital Platforms“.

In sozialen Medien verbreiten sich Inhalte, die politische Konflikte zuspitzen und stark polarisierende Positionen fördern, besonders stark. Gleichzeitig sinkt in Teilen der Bevölkerung das Vertrauen in demokratische Institutionen. Das Forschungsteam untersucht, ob und wie diese Entwicklungen zusammenhängen – und welche Rolle digitale Plattformen dabei spielen.

Dazu analysieren die Forschenden Inhalte auf Plattformen wie TikTok und YouTube und führen Befragungen sowie Fokusgruppen durch. Sie untersuchen mit Hilfe digitaler Plattformdaten, wie solche Inhalte verbreitet werden, wie sichtbar diese für Nutzerinnen und Nutzer sind, welche Rolle algorithmische Empfehlungssysteme dabei spielen und wie sich das auf politische Einstellungen auswirkt.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Nutzung neuer Datenzugangsrechte nach Artikel 40 des europäischen Digital Services Act (DSA). Erstmals kann das Forschungsteam damit systematisch untersuchen, welche politischen Inhalte Menschen auf Plattformen tatsächlich sehen und wie diese durch Algorithmen verstärkt oder abgeschwächt werden.

„Digitale Plattformen prägen zunehmend, wie Menschen politische Informationen wahrnehmen und gesellschaftliche Konflikte erleben. Mit den neuen Möglichkeiten des Digital Services Act können wir diese Dynamiken erstmals umfassend untersuchen und besser verstehen, wie Polarisierung entsteht und wirkt“, sagt Dr. Jakob Ohme, Leiter der Forschungsgruppe Digitale Nachrichten und Gesellschaft am Weizenbaum-Institut und Projektleiter.

Die Ergebnisse sollen unmittelbar in die Praxis einfließen. Gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelt das Forschungsteam digitale Lernmodule für die MitMachen-App der Initiative „Wir sind der Osten“ sowie Workshops für Schulen und zivilgesellschaftliche Organisationen. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, polarisierende Inhalte besser zu erkennen, einzuordnen und reflektiert mit ihnen umzugehen.

Die Förderung erfolgt im Rahmen der Initiative „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ der VolkswagenStiftung, die interdisziplinäre Verbundprojekte an der Schnittstelle von Wissenschaft und Zivilgesellschaft unterstützt.

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