ERC-Grant für resiliente Kommunikationsnetze
29.01.2026Prof. Dr. Stefan Schmid, Principal Investigator am Weizenbaum-Institut und Professor an der TU Berlin, hat einen begehrten Proof of Concept Grant des European Research Council (ERC) erhalten. Mit der Förderung entwickelt er automatisierte Softwaretools, um Kommunikationsnetze widerstandsfähiger zu machen und die Folgen von Netzausfällen zu reduzieren.
In großen Kommunikationsnetzwerken kommt es unvermeidlich zu Ausfällen zwischen Netzwerkknoten. Moderne Infrastrukturen setzen in solchen Fällen auf schnelle Umleitungen, doch die Konfiguration alternativer Pfade ist komplex und fehleranfällig. Statistiken zeigen, dass viele Netzausfälle auf Misskonfigurationen und menschliche Fehler zurückzuführen sind.
Mit dem ERC-Grant entwickelt Stefan Schmid automatisierte Werkzeuge, die Netzwerke auch bei gleichzeitigen Ausfällen mehrerer Verbindungen den Datenfluss stabil halten. Seine Software nutzt einen innovativen, rekursiven Ansatz: Datenpakete können bei blockierten Verbindungen zunächst in eine andere Richtung geschickt werden – ähnlich einem Rückpass im Fußball – und dynamisch auf weitere Störungen reagieren.
Die Forschung trägt dazu bei, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen von Ausfällen zu reduzieren und die Ziele der Europäischen Union zum Schutz von kritischer Infrastruktur zu unterstützen. „Unsere Entwicklung wird ganz konkret die Grundlage liefern für eine anwendungsreife Software, die sofort auf bestehender Hardware eingesetzt werden könnte“, so Schmid. Für das Projekt kooperiert seine Arbeitsgruppe mit Prof. Dr. Jiri Srba von der Aalborg University in Dänemark.
Die ERC-Förderung umfasst 150.000 Euro und dient dazu, das kommerzielle oder gesellschaftliche Potenzial von Forschungsergebnissen zu erkunden. Am Weizenbaum-Institut ist Stefan Schmid Principal Investigator der Forschungsgruppe Digitale Ökonomie, Internet-Ökosystem und Internet-Policy.