Data Donation Symposium am Weizenbaum-Institut
25.08.2026Wie können Datenspenden unabhängige Forschung ermöglichen, wenn Plattformkonzerne den Zugang zu ihren Daten zunehmend einschränken? Am 1. und 2. Oktober diskutieren internationale Expert:innen beim 5. Data Donation Symposium über aktuelle Entwicklungen und Methoden.
Bisher nutzten Wissenschaftler:innen, die menschliches Verhalten im Internet untersuchen, meist Plattformen wie Twitter/X, Meta und Google als Datenquelle. Inzwischen haben die Tech-Konzerne den Zugang zu ihren Daten jedoch stark eingeschränkt und dadurch die unabhängige Forschung erheblich erschwert. Das Data Donation Symposium (DDS 2026) widmet sich dieser Herausforderung und beschäftigt sich bereits zum fünften Mal mit neuen Methoden der Datengewinnung auf Basis freiwilliger Spenden.
Am 1. und 2. Oktober kommen führende internationale Forschungsinstitutionen aus elf Ländern am Weizenbaum-Institut zusammen, um aktuelle Entwicklungen dieser Methodik zu diskutieren. Am 30.9.2026 findet zudem ein Hands-on-Pre-Symposium Sprint statt, bei dem neue Lösungen und innovative Ideen für die Datensammlung über Data Donations entwickelt werden.
Spätestens mit der Nutzung von Daten zum Training von KI-Systemen ist der Umgang mit und die Gewinnung von Daten zu einem zentralen Thema der öffentlichen Debatte geworden. Auch in der Wissenschaft (zum Beispiel Plattformforschung, Internetsoziologie oder Medien- und Kommunikationswissenschaft) werden personenbezogene Daten für die Forschung genutzt. Die Methodik der Data Donation ist in diesem Bereich noch jung und die wissenschaftliche Gemeinschaft arbeitet derzeit an der Ausarbeitung von Richtlinien und der Entwicklung neuer Plattform-Modelle zur anonymen und sicheren Datenspende.
Auf dem DDS 2026 diskutieren Expert:innen aus Forschung, Plattform-Entwicklung und Verwaltung gemeinsam die technischen, ethischen und methodischen Herausforderungen zum Thema Daten-Spenden und entwickeln konkrete Ideen zur Weiterentwicklung.
Als Keynote-Speaker wird Prof. Dr. Jasper Dag Tjaden (Universität Potsdam) zum Thema „Bot for Good: Social Media Data Acquisition through Social Research Bots" sprechen. Im Rahmen eines Panels, moderiert von Dr. Jakob Ohme vom Weizenbaum-Institut steht außerdem die Frage im Fokus, wie die EU-Omnibus-Verordnung die Zukunft der Forschung auf Basis von Datenspenden beeinflussen wird.
Am Vortag des Symposiums bietet ein Hands-on-Pre-Symposium Sprint die Möglichkeit, konkrete Lösungen für ein Community-gesteuerte Infrastruktur zur Dokumentation und Systematisierung von Datenspenden zu entwickeln.
Die Veranstaltung findet im Weizenbaum-Institut, Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin, statt.
Interessierte können sich hier für die Teilnahme kostenlos registrieren.