Plattformmacht im Fokus: Weizenbaum-Institut und Landeszentrale für politische Bildung veröffentlichen Broschüre

08/25/2026

Eine neue Publikation beleuchtet, wie Google, Amazon, Meta und andere Tech-Konzerne wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht aufgebaut haben – und welche Wege zu mehr Transparenz, fairem Wettbewerb und gemeinwohlorientierten digitalen Strukturen führen

Das Weizenbaum-Institut und die Berliner Landeszentrale für politische Bildung haben die neue Broschüre „Plattformmacht“ veröffentlicht. Darin zeigen die Weizenbaum-Forscherinnen Dr. Esther Görnemann und Dr. Clara Iglesias Keller, wie große Plattformunternehmen ihre Macht aufgebaut haben, welche Folgen dies für Wirtschaft, Öffentlichkeit und Demokratie hat und wie sich ihr Einfluss begrenzen lässt. Die verständlich aufbereitete Publikation richtet sich an eine breite Öffentlichkeit.

Digitale Plattformen sind längst zentrale Infrastrukturen des Alltags. Sie organisieren Handel und Kommunikation, vermitteln Informationen und beeinflussen damit, was Menschen sehen, kaufen und diskutieren. Die Autorinnen erklären, welche Rolle datenbasierte Geschäftsmodelle, digitale Werbung und die Konzentration wirtschaftlicher Macht dabei spielen. Sie beleuchten außerdem die Folgen für Wettbewerb, Meinungsbildung und den Umgang mit Daten sowie die geopolitische Dimension der Plattformökonomie.

„Unternehmen wie Google, Amazon, Microsoft, Apple oder Meta haben erhebliche Marktmacht aufgebaut und prägen zentrale digitale Infrastrukturen. Gesetze und Regulierung sind eine Möglichkeit, ihrer Macht zu begegnen“, sagt Esther Görnemann, Forscherin am Weizenbaum-Institut und Mitautorin.“ Die Broschüre zeigt aber auch, was Bürger:innen selbst tun können – von Open-Source-Alternativen bis zu mehr Partizipation und demokratischer Kontrolle im digitalen Raum. Für gemeinwohlorientierte Alternativen braucht es gesellschaftlichen Veränderungswillen und Dialog. Die aktuelle Debatte um digitale Souveränität schafft dafür gute Voraussetzungen.“

Die Veröffentlichung richtet den Blick deshalb auch auf mögliche Alternativen. Sie zeigt Ansätze für mehr Transparenz und fairen Wettbewerb und thematisiert den Umgang mit der Macht der Plattformen bei der Moderation von Inhalten. Darüber hinaus stellen die Autorinnen technologische und zivilgesellschaftliche Modelle vor, die zu offeneren und stärker am Gemeinwohl orientierten digitalen Strukturen beitragen können.

„Unsere digitale Gegenwart verändert sich schnell – und mit ihr die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Mit der gemeinsamen Publikationsreihe wollen wir wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermitteln und Orientierung bei Fragen anbieten, die für unsere Demokratie und unser Zusammenleben wichtig sind“, sagt Thomas Gill, Leiter der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Die Broschüre „Plattformmacht“ ist die fünfte Publikation der gemeinsamen Reihe von Weizenbaum-Institut und Berliner Landeszentrale für politische Bildung. Seit 2022 greifen die beiden Einrichtungen darin jährlich ein aktuelles Thema an der Schnittstelle von Digitalisierung, Gesellschaft und Politik auf.

„Plattformmacht“ ist in digitaler und gedruckter Ausgabe erschienen. Gedruckte Exemplare sind kostenfrei in den Besucherzentren der Landeszentralen für politische Bildung in Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland erhältlich.

Digitale Ausgabe

Download: Plattformmacht, Berlin 2026