Weizenbaum & Friends: Sandra Wachter, Distinguished Fellow Weizenbaum-Institut

Interdisziplinäre Perspektiven auf KI und die digitalisierte Gesellschaft: Distinguished Fellow Sandra Wachter

03/19/2026

Während ihres Distinguished Fellowships am Weizenbaum-Institut tauschte sich Sandra Wachter, Professorin für Technologie und Regulierung, intensiv mit Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen über zentrale Fragen der digitalen Transformation aus.

Sandra Wachter, Humboldt-Professorin am Hasso-Plattner-Institut und Professorin für Technologie und Regulierung an der University of Oxford am Oxford Internet Institute, war im Juni 2023 als Distinguished Fellow zu Gast am Weizenbaum-Institut. Wachter forscht zu den rechtlichen, ethischen und technischen Aspekten von KI, Plattformalgorithmen sowie Emotions- und Gesichtserkennungssoftware und deren Bedeutung für Regulierung, Fairness und Erklärbarkeit. Die gesellschaftlichen Auswirkungen von generativer KI auf unsere Arbeitswelt, die digitale Öffentlichkeit und Menschenrechte stehen ebenfalls im Mittelpunkt ihrer Forschungsagenda.

Während ihres Fellowships stand Wachter in intensivem Austausch mit Forschenden des Weizenbaum-Instituts aus unterschiedlichen Disziplinen, um zentrale Fragen rund um digitale Technologien und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu diskutieren. Rückblickend beschreibt Wachter das Weizenbaum-Institut als einen Ort, an dem interdisziplinäre und grundlagenorientierte Forschung zu hochaktuellen gesellschaftspolitischen Themen zusammenkommt. Besonders beeindruckt habe sie die große Bandbreite und zugleich die analytische Tiefe der Forschungsfragen. Themen wie künstliche Intelligenz, Klimapolitik, Datenethik oder Misinformation würden am Institut aus unterschiedlichen Perspektiven untersucht – ein Ansatz, der für das Forschungsprofil des Weizenbaum-Instituts charakteristisch sei.

„Die Relevanz des Weizenbaum-Instituts kann nicht überschätzt werden. Die meisten Herausforderungen neuer Technologien können nicht mit Technik alleine gelöst werden, da es meistens um politische Probleme geht. Daher braucht man Politologen, Soziologen, Juristen, Ethiker und Ökonomen, die uns helfen können, diese Probleme zu meistern“, so Wachter.

Aus ihrem Fellowship nimmt Sandra Wachter vor allem neue Ansätze zum Themenkomplex Digitale Souveränität mit. „Diese ist heute noch wichtiger als gestern, und morgen wichtiger als heute. Und man kann klar sehen, dass dieses Thema in Deutschland bzw. in Berlin sehr wichtig ist“, so Wachter, „Ich freue mich, hier lernen zu dürfen.“

Besonders prägend ist ihr auch die Weizenbaum-Conference in Erinnerung geblieben, an der sie 2023 teilnahm: „Professor Zechs und Professor Neubergers Forschung zum Thema Urheberrecht und digitale Medien hat mich nachhaltig beeindruckt und inspiriert." Die Jahreskonferenz des Weizenbaum-Instituts bringt Expert:innen verschiedener Disziplinen und aus aller Welt zu Themen wie Künstliche Intelligenz, Verantwortung und Nachhaltigkeit oder digitale Unabhängigkeit zusammen. Die nächste Weizenbaum Conference findet vom 10. bis 11. Juni 2026 unter dem Titel: “Generative AI and Society: What is at stake?” statt.

Über das Fellowship

Das Fellowship des Weizenbaum-Instituts ermöglicht nationalen und internationalen Wissenschaftler:innen aller Karrierestufen, gemeinsame Forschungsprojekte zu realisieren und langfristige Kooperationen aufzubauen. Seit Bestehen des Instituts 2017 sind über 357 Fellows aus 47 Ländern mit dem Weizenbaum-Institut verbunden – eine internationale Vielfalt, die das neue Format nun regelmäßig präsentiert. Seit 2023 können die Direktor:innen des Weizenbaums-Instituts renommierte Wissenschaftler:innen und Expert:innen als Distinguished Fellows für einen Aufenthalt an das Institut einladen, um Kooperationen zu vertiefen und diese in Veranstaltungen einzubinden. Dadurch schafft das Institut Raum für neue Kooperationen, gemeinsame Publikationen und langfristige Vernetzung – und stärken so die Forschung zur digitalen Gesellschaft durch gezielten internationalen Austausch.