Fellow Dr. Aljoscha Burchardt: Künstliche Intelligenz aus einer systemischen Perspektive
10/19/2026Die Reihe „Weizenbaum & Friends“ macht die internationale und interdisziplinäre Vernetzung des Weizenbaum-Instituts sichtbar. Diesmal im Mittelpunkt: Dr. Aljoscha Burchardt, der dem Institut seit seinem Fellowship im November 2018 eng verbunden ist.
Dr. Aljoscha Burchardt ist Principal Researcher, Research Fellow und stellvertretender Standortleiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Sprachtechnologie und Künstliche Intelligenz. Darüber hinaus wirkt er als stellvertretender Vorsitzender der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft und gehörte der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestages an.
Für Burchardt ist das Weizenbaum-Institut bis heute ein wichtiger wissenschaftlicher Bezugspunkt. „Das Weizenbaum-Institut ist mein Sparringspartner, wenn es um die gesellschaftlichen Fragen von Technologie geht“, beschreibt er die Rolle des Instituts für seine Forschung.
In seiner Zeit als Fellow am Weizenbaum-Institut im November 2018 bleiben ihm besonders die offene Atmosphäre, zahlreiche anregende Gespräche sowie Vorträge und Begegnungen mit Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen in Erinnerung. Vor allem die Kontakte, die während dieser Zeit entstanden, bestehen bis heute fort und führen immer wieder zu fachlichem Austausch.
Aus dem Aufenthalt am Weizenbaum-Institut nahm Burchardt vor allem eine stärker systemische Perspektive auf Technologie mit. Diese richtet den Blick nicht nur auf technologische Entwicklungen selbst, sondern auch auf die dahinterliegenden Motive und Interessen sowie auf die gesellschaftlichen Folgen, die selbst scheinbar unscheinbare digitale Werkzeuge langfristig entfalten können.
Diese Perspektive prägt seine Forschung noch heute. Burchardt sucht gezielt den interdisziplinären Austausch und setzt sich beispielsweise dafür ein, Wissenschaftler:innen des Weizenbaum-Instituts in Diskussionsrunden und Expertengremien einzubinden. Auch seine eigenen Forschungsprojekte entstehen häufig in interdisziplinären Teams. So arbeitet er gemeinsam mit Mediziner:innen, Medizinsoziolog:innen und Ethiker:innen an der Frage, wie Künstliche Intelligenz die Arzt-Patienten-Interaktion verbessern kann. In einem weiteren Projekt beschäftigte er sich damit, wie Künstliche Intelligenz die Grenzen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen verschieben könnte – und welche Formen einer „Künftigen Intelligenz“ daraus entstehen könnten.
Rückblickend zeigt Burchardts Fellowship, wie der interdisziplinäre Austausch am Weizenbaum-Institut Impulse schafft, die weit über den eigentlichen Forschungsaufenthalt hinauswirken und seine Forschung zu KI und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen bis heute begleiten.