Einfluss von Desinformation auf demokratische Teilhabe Jugendlicher
08/26/2026Die DFG fördert ein interdisziplinäres Kooperationsprojekt des Weizenbaum-Instituts und Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Wie beeinflussen digitale Medien das Vertrauen junger Menschen in Informationen und ihre demokratische Teilhabe? Dies untersucht das neue DFG-geförderte Forschungsprojekt „SETA – Schutz des epistemischen Vertrauens von Jugendlichen: Konzeptionelle Ansätze und Policy-Optionen“. Das interdisziplinäre Team des Weizenbaum-Instituts und des Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut erhält dafür rund 600.000 Euro über 36 Monate. Das Projekt ist Teil des DFG-Schwerpunktprogramms „Rethinking Disinformation (Re:Dis)“.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Frage, wie Jugendliche Vertrauen in verlässliche Informationen entwickeln, wie Desinformation diesen Prozess beeinflusst und welche Verantwortung der Staat beim Schutz des sogenannten epistemischen Vertrauens trägt – die Fähigkeit, verlässlichen Informationsquellen zu vertrauen und auf dieser Grundlage an demokratischen Debatten teilzunehmen. Dazu befragt das Forschungsteam Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren und entwickelt auf Grundlage der Ergebnisse Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis, die junge Menschen stärken, ohne ihre Meinungs- und Informationsfreiheit einzuschränken.
„Der Schutz junger Menschen vor Desinformation ist eine demokratische Herausforderung und eine entscheidende Frage für die Zukunft unserer Demokratie. Wir untersuchen, welche Verantwortung der Staat dabei trägt und wie Schutzmaßnahmen ausgestaltet sein müssen, damit sie wirksam sind und zugleich die Grundrechte junger Menschen wahren“, sagt Dr. Clara Iglesias Keller, Co-Projektleiterin SETA und Leiterin der Forschungsgruppe „Technik, Macht, Herrschaft“ am Weizenbaum-Institut.
Prof. Dr. Judith Möller, Co-Projektleiterin SETA und Wissenschaftliche Direktorin des Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI): „Junge Menschen müssen lernen, sich in einer digitalen Informationswelt zurechtzufinden, in der glaubwürdige Informationen und irreführende Inhalte oft unmittelbar nebeneinanderstehen. Wir wollen besser verstehen, wie Vertrauen in Informationen und Institutionen entsteht oder erodiert und was Jugendliche benötigen, um sich ein selbstbestimmtes Urteil bilden zu können.“
Das interdisziplinäre Projekt verbindet rechtswissenschaftliche, kommunikationswissenschaftliche und demokratietheoretische Forschung. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft entwickelt das Forschungsteam einen wissenschaftlich fundierten Rahmen, um wirksame Schutzmaßnahmen für Jugendliche von staatlicher Überregulierung abzugrenzen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.