Wenn KI zur Machtfrage wird – Buchvorstellung von Rainer Mühlhoff: Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus

28.01.2026

Inmitten einer zugespitzten Debatte über den politischen Einfluss von Tech-Konzernen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Staat und Verwaltung laden das Weizenbaum-Institut und die Berliner Landeszentrale für politische Bildung zur Vorstellung des Buches „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ ein. Die Veranstaltung ist Teil der langjährigen Kooperation beider Einrichtungen.

Dienen Erlösungs- und Untergangsszenarien mit Blick auf KI vor allem dazu, von gesellschaftlichen Verwerfungen und politischen Machtverschiebungen abzulenken? Wie lassen sich autoritäre Tendenzen im Zusammenspiel von Tech-Industrie und rechten Ideologien erkennen – und ihnen begegnen?

Im Mittelpunkt des Abends steht das neue Buch von Rainer Mühlhoff. Darin zeigt der Autor, wie Tech-Konzerne KI als Heilsbringer inszenieren, während die dahinterstehende Industrie vielfach auf Ausbeutung und Prekarisierung beruht. Zugleich analysiert er die ideologische Nähe zwischen Vertreter:innen der Tech-Elite und der Neuen Rechten. Die politischen Ambitionen Elon Musks oder technokratische Machtfantasien im direkten Umfeld Donald Trumps deuteten auf die Vision eines „KI-Staates“ hin, für die demokratische Institutionen gezielt geschwächt werden.

„Wenn KI als großes Zukunftsversprechen gehandelt wird, braucht es eine kritische Reflexion darüber“, betont Christoph Neuberger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Weizenbaum-Institut. Der Leiter der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Thomas Gill, ergänzt: „Unser Auftrag ist es, die Einordnung von Entwicklungen rund um Technologie zu erleichtern, um solche Themen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich und diskutierbar zu machen.“

Rainer Mühlhoff, Professor für Ethik und kritische Theorien der Künstlichen Intelligenz an der Universität Osnabrück und ehemaliger assoziierter Wissenschaftler am Weizenbaum-Institut, stellt zunächst die zentralen Thesen seines Buches vor. Anschließend diskutiert er mit Theresa Züger, Forscherin am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, und dem Publikum über die politische Dimension von KI und Wege zu demokratischer Kontrolle. Die Moderation hat Tobias Schmid von der Berliner Agentur konnektiv übernommen, die an der Schnittstelle zwischen digitaler Transformation und gesellschaftspolitischem Wandel arbeitet.

Buchvorstellung Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus

Datum: Mittwoch, 4. Februar 2026

Uhrzeit: 18.30–20.00 Uhr

Ort: Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22–24, Besuchszentrum, 10623 Berlin
Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Anmeldung und weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie hier