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Practicing Sovereignty: Means of Digital Involvement

12.–18. März 2020: Symposium, Ausstellung und Workshops

Ort: Weizenbaum Institute | Hardenbergstraße 32 | 10623 Berlin


Zeit: Donnerstag, 12. März 2020 10:00 Uhr bis Mittwoch, 18. März 2020 15:00 Uhr


Konferenz


Things don’t always go as planned: Statt einstigen kollektiven Vorstellungen von besseren, digital ermöglichten Zukünften weiter zu folgen, werden die heutigen Narrative eher von besorgniserregenden Auswüchsen digitaler Veränderung beherrscht. Die zunehmende Verwundbarkeit und Manipulation von Individuen, die Verletzung fundamentaler Rechte durch Massenüberwachung oder die digitale Untergrabung demokratischer Institutionen und Praktiken werden immer mehr zur Bedrohung einer offenen und toleranten Gesellschaft.

Nach dem „Snowden Shock“ (2013) und in der Folge regelmäßiger Skandale wie jenen um Cambridge Analytica (2018) lässt sich ein steigendes Interesse an „digitaler Souveränität“ beobachten, ein Konzept, welches Kompetenzen, Pflichten und Rechte im digitalen Zeitalter neu verhandelt. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass sich öffentliche Debatten über digitale Technologien verstärkt um Vertrauen und Kompetenz drehen: Wie verwundbar sind wir eigentlich? Welchen Institutionen kann man noch über dem Weg trauen? Was bedeutet es „digital souverän“ zu sein – und was könnte es in der Zukunft bedeuten?

Vor diesem schwer greifbaren Hintergrund aus Unsicherheiten tauchen immer wieder individuelle Taktiken auf, die versuchen, auf selbstbestimmten Wegen durch die swampy lowlands des Digitalen zu navigieren und die für Forschungen zu digitaler Souveränität immer relevanter werden. Diese Taktiken sind Teil kollektiver Bottom-up-Initiativen und Gegenstrategien, die sich den Normalisierungstendenzen der oben beschriebenen Dynamiken in den Weg stellen. Als vielfältige Phänomene bilden sie ein komplexes Netzwerk transformativer Praktiken, das sich über das gesamte politische Spektrum erstreckt – von Initiativen zum Schutz demokratischer Prinzipien im digitalen Zeitalter bis zur Unterstützung von hate speech und anderer Formen digital verstärkter Intoleranz.

Das Symposium mit angeschlossener Ausstellung und Workshops möchte eine Plattform bieten, auf der unterschiedlichste Formen gesellschaftlichen Engagements für demokratische Grundwerte präsentiert und verhandelt werden können. Hierbei sollen die Wechselbeziehungen zwischen digitalem Engagement, digitaler Ungleichheit und digitaler Souveränität aus drei Perspektiven betrachtet werden: (1) Literacies, (2) Engagements, (3)
Futures Indem möglichst vielfältigen Antworten auf die Frage, wie den digitalen Asymmetrien in Machtverhältnissen und Wissensverteilung wirkungsvoll begegnet werden kann, Raum gegeben werden soll, möchte die Veranstaltung den ebenso vielfältigen Dimensionen digitaler Souveränität auf den Grund zu gehen.

„Practicing Sovereignty“ wird organisiert von der Forschungsgruppe 8 des Weizenbaum-Instituts, Berlin, welche die Spannungsverhältnisse zwischen „Ungleichheit und digitaler Souveränität“ untersucht. Die Veranstaltung ist somit Teil der Mission des Instituts, Möglichkeiten der Selbstbestimmung und des Engagements in Gesellschaften zu erforschen, die bestimmt sind von digitalen Transformationsprozessen.

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