WIr im Verbund – Vernetzte Forschung für die digitale Gesellschaft
02/25/2026Eine neue Reihe aus dem Verbund des Weizenbaum-Instituts stellt die interdisziplinäre Forschungsarbeit ihrer Direktor:innen vor. Christoph Neuberger, Professor an der Freien Universität Berlin, untersucht Demokratie und Medienvielfalt in der digitalen Gesellschaft.
Vernetzte Forschung für eine vernetzte Welt: In der Reihe „WIr im Verbund“ stellen wir die Direktor:innen und Principal Investigators des Weizenbaum-Instituts vor. Sie berichten, warum sie am WI forschen, welche Rolle die interdisziplinäre Arbeit für ihre Universität oder Forschungseinrichtung spielt und wie das Institut die Gesellschaft in digitalen Zeiten unterstützt.
Digitale Transformation verstehen
Digitale Technologien prägen, wie wir kommunizieren, uns informieren und an öffentlichen Debatten beteiligen. Plattformen gewinnen zunehmend Einfluss auf die politische Meinungsbildung – deshalb stellt sich die Frage: Wie lassen sich Demokratie, Medienvielfalt und Teilhabe in der digitalen Gesellschaft sichern?
Am WI forscht Prof. Dr. Christoph Neuberger, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Direktor, dazu, wie die Nachrichtenvermittlung auf Plattformen und die digitale Öffentlichkeit unsere Gesellschaft prägen. Dafür bringt er seine Expertise aus der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft als Professor an der Freien Universität Berlin ein.
„Nur im Verbund und interdisziplinär lassen sich die komplexen Herausforderungen der digitalen Gesellschaft begreifen und bewältigen“, sagt Neuberger. „Das WI ist der Ort, an dem sozial-, technik- und normwissenschaftliche Erkenntnisse zusammenfließen. Nur so können wir Antworten auf die drängenden gesellschaftlichen Fragen geben. Dazu zählen Desinformation, die Verrohung öffentlicher Diskurse, die politische Polarisierung und die digitale Transformation des Journalismus.“
Forschung, die wirkt
Die interdisziplinäre Struktur des WI macht es möglich, Forschung nicht isoliert, sondern vernetzt zu betreiben. Ergebnisse aus der Arbeit am Institut gehen in die Lehre an der Freien Universität Berlin ein. Wichtig ist etwa die Vermittlung neuer digitaler Methoden, die noch nicht zum gängigen Lehrprogramm gehören. Drittmittelprojekte vernetzen beide Seiten. Besonders Promovierende profitieren von der engen Verbindung zwischen FU und Weizenbaum. „Die Arbeit am WI erweitert den Horizont meines Faches – und bereichert so Forschung und Lehre“, erklärt Neuberger.
Das WI vernetzt nicht nur die regionalen Partner in Berlin und Brandenburg, sondern hat sich seit seiner Gründung 2017 auch zu einem nationalen und internationalen Knotenpunkt der Digitalisierungsforschung entwickelt. Dies eröffnet auch den Partnereinrichtungen wie der FU neue Möglichkeiten der Vernetzung und des Austauschs.
Für die vernetzte Gesellschaft
Das WI liefert Orientierungswissen für Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – ein zentraler Beitrag in einer Zeit tiefgreifender digitaler Transformation. Verlässliche Forschung ist entscheidend, um demokratische Prozesse zu verstehen und zu stärken. „Gerade angesichts der digitalen Transformation braucht es einen Ort wie das WI, das langfristig unabhängige Analyse und Orientierung bereitstellen kann“, so Neuberger.
Darüber hinaus fördert das Institut Transfer und Partizipation: Von Workshops über Citizen Science bis hin zu Veranstaltungen wie das monatliche Weizenbaum-Forum, die Wissenschaft und Gesellschaft direkt in den Dialog bringen.
Über die Freie Universität Berlin
Die FU Berlin ist eine international ausgerichtete Forschungsuniversität und Verbundpartner des WI. Sie bringt insbesondere ihre Expertise aus der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in die gemeinsame Digitalisierungsforschung am Weizenbaum-Institut ein und vertieft damit das Verständnis für digitale Öffentlichkeiten und Partizipationsprozesse.
In der nächsten Ausgabe stellen wir Weizenbaum Direktorin Prof. Dr. Bettina Berendt von der Technischen Universität Berlin vor.