GENDIS: Projekt von Weizenbaum-Institut und TUM zur Forschung geschlechtsspezifischer Desinformation
21.09.2026In einem Projekt, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), untersuchen das Weizenbaum-Institut und die Technische Universität München (TUM) geschlechtsspezifische Desinformation und Ansätze zu ihrer automatisierten Erkennung.
Wie entsteht geschlechtsspezifische Desinformation, wie verbreitet sie sich über digitale Plattformen und wie lässt sie sich automatisiert erkennen? Das untersucht das neue Forschungsprojekt GENDIS – Detecting Gender-Based Disinformation with Artificial Intelligence. Das Weizenbaum-Institut koordiniert das Verbundprojekt mit der Technischen Universität München (TUM). Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert GENDIS mit 1,24 Millionen Euro. Die Laufzeit ist von Juli 2026 bis Juni 2029.
Geschlechtsspezifische Desinformation kann gesellschaftliche Polarisierung verstärken und gezielt gegen Frauen und LGBTQI+-Personen eingesetzt werden. GENDIS untersucht, welche Narrative und Akteure dahinterstehen und wie sich entsprechende Inhalte über digitale Plattformen verbreiten. Ziel ist ein wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Identifizierung solcher Desinformation und, darauf aufbauend, die Entwicklung eines KI-basierten Open-Source-Tools zur automatisierten Erkennung.
„Unsere Forschung soll nicht bei der Analyse stehen bleiben. Wir wollen verstehen, wie geschlechtsspezifische Desinformation funktioniert, und daraus anwendbare Lösungen entwickeln, die Faktenchecker:innen, Journalist:innen und Zivilgesellschaft im Umgang mit digitalen Desinformationskampagnen unterstützen“, sagt Dr. Elizaveta Kuznetsova, Forschungsgruppenleiterin der Forschungsgruppe „Platform Algorithms and Digital Propaganda“ am Weizenbaum-Institut.
Kommunikation, Genderforschung und KI verbinden
Für die Entwicklung des Verfahrens verbinden die Forschenden Kommunikations- und Genderforschung mit Methoden der Computational Social Science und Künstlichen Intelligenz. Sie analysieren sowohl textliche als auch visuelle Inhalte. Das geplante Werkzeug soll insbesondere Faktenchecker:innen, Journalist:innen und zivilgesellschaftliche Organisationen dabei unterstützen, geschlechtsspezifische Desinformation schneller zu erkennen und einzuordnen.
GENDIS baut auf der Forschung der Weizenbaum-Forschungsgruppe „Platform Algorithms and Digital Propaganda“ auf, die untersucht, wie Algorithmen die Verbreitung von Informationen und Propaganda auf digitalen Plattformen beeinflussen.