Dr. habil. Sandra Neugärtner

Research Fellow

Über

Sandra Neugärtner arbeitet zur materiellen und technischen Kunstgeschichte aus einer praxeologischen Perspektive. Ihre Forschung gilt der Frage, wie künstlerische Produktion durch praktisches Wissen, Arbeitsteilung, Werkzeuge, Techniken und institutionelle Verfahren organisiert wird und wie sich diese Bedingungen in Materialität und Form der Werke einschreiben. Die Organisation künstlerischer Arbeit versteht sie nicht lediglich als Kontext der Kunstproduktion, sondern als konstitutive Bedingung ihrer materiellen und formalen Gestalt. Diese Perspektive verfolgt sie in der longue durée – von den vormodernen Werkstattpraktiken bis zu den algorithmischen Bildsystemen der Gegenwart.

Ein besonderer Schwerpunkt gilt den technischen Bildern und der generativen KI. Mit den Mitteln der Provenienzforschung und der materiellen Bildanalyse untersucht sie, wie Bilder hergestellt, bearbeitet, ausgewählt und als Evidenz autorisiert werden und wessen Arbeit dabei unsichtbar bleibt. Diese Prozesse rekonstruiert sie an Kontaktbögen, Bildebenen, Metadaten, Versionsgeschichten und Trainingsdaten. Ihre These lautet, dass sich mit der digitalen Bildproduktion der Ort verlagert, an dem über die Evidenz eines Bildes entschieden wird: von der horizontalen Abfolge der Aufnahmen in die vertikale Schichtung der Bilddatei. Die generative KI spitzt diese Entwicklung zu. Für die Frage, wie sich die Organisation dieser Verfahren in die Form der Bilder einschreibt, entwickelt sie den Begriff der administrativen Faktur.

Forschungseinheit: Forschungssynthesen (01.11.2026 – 31.12.2026)

Kontakt

Organisation
Columbia University, New York (ab Februar 2027)

Forschungsfelder

Administering the Visible: Labor, Layers, and the Provenance of Technical Images