Zwischen den Logiken: Wen alternative rechte Online-Medien zitieren

In einer nun veröffentlichten Studie untersuchen Forschungsgruppenleiterin Annett Heft und Eva Mayerhöffer (Universität Roskilde) die Referenzierungspraktiken von alternativen rechten Online-Medien

Alternative rechte Online-Medien scheinen sich auf den ersten Blick fundamental von klassischen Massenmedien zu unterscheiden – in ihrer Tonalität, journalistischen Qualität und politischen Agenda. In ihrer Studie „Between Journalistic and Movement Logic: Disentangling Referencing Practices of Right-Wing Alternative Online News Media”, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Digital Journalism, untersuchen Forschungsgruppenleiterin Annett Heft und Eva Mayerhöffer (Universität Roskilde) die Referenzierungspraktiken alternativer rechter Online-Medien. Die Autorinnen unterscheiden dabei zwei Logiken, denen Referenzen in Textbeiträgen folgen können: Einer journalistischen Logik, die dazu dient, Faktizität herzustellen und Hintergrundinformationen zu liefern, und einer Bewegungslogik, die der Erreichung politischer Ziele dient, wie beispielsweise der Schwächung von Gegnern.

Im Rahmen der Studie wurde eine quantitativen Inhaltsanalyse von mehr als 4.500 Referenzen aus 1.000 zufällig ausgewählten Artikeln aus 20 rechtsgerichteten alternativen Nachrichtenmedien aus sechs Ländern (USA, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Schweden, Dänemark) durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, wie sich rechte Alternativmedien zwar von etablierten Medien und deren Logiken abzugrenzen versuchen, diese in der Praxis jedoch häufig als legitimierende Quellen nutzen. Die Autorinnen interpretieren diese Praktik als Ausdruck des hybriden Charakters alternativer Nachrichtenmedien an der Grenze zwischen Journalismus und politischem Aktivismus.

 

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