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Privacy Icons Forum: Gemeinsame Online-Plattform zu Datenschutz geht an den Start

Privacy Icons Forum (PIF) – so heißt die neue gemeinsame Online-Plattform, die unter der Federführung der Forschungsgruppe 4 „Daten als Zahlungsmittel“ des Weizenbaum-Instituts heute an den Start geht. Das PIF ist eine Kollaboration von Institutionen und Forschungsprojekten, die sich mit dem Datenschutz und der Entwicklung, Gestaltung und Implementierung eines standardisierten Symbolsystems für den Datenschutz (Privacy Icons) befassen.

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Daten als Zahlungsmittel Bericht


Neben dem Weizenbaum-Institut beteiligen sich am PIF als Gründungsinstitutionen das Interdisciplinary Centre for Security, Reliability and Trust der Universität Luxemburg, das Centro Interdipartimentale di Ricerca in Storia del Diritto, Filosofia e Sociologia del Diritto e Informatica Giuridica der Universität Bologna, das Einstein Center Digital Future und die Universität der Künste Berlin.

Worum geht es eigentlich? Wer Online-Dienste wie Facebook, Google oder Airbnb nutzen möchte, muss vorher die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen abnicken. Die meisten drücken fast reflexartig auf „Akzeptieren“, ohne sich vorher die Datenschutzerklärung durchgelesen zu haben. Per Klick wird den Unternehmen erlaubt, personenbezogene Daten zu erheben, auszuwerten und weiterzugeben – und das häufig über Jahre hinweg, wenn man nicht auf die Idee kommt, die Einwilligung irgendwann zu widerrufen.

Datenschutzerklärungen sollen Nutzer eigentlich darüber informieren, was mit ihren Daten geschieht. Die Mehrheit der Datenschutzerklärungen enthält jedoch schwammige Formulierungen und setzt eine Lesekompetenz voraus, die dem Niveau von Hochschulabsolventen entspricht. Zudem sind sie vom Seitenumfang her kaum zu bewältigen.

An dieser Stelle setzt das Projekt „Privacy Icons“ der Forschungsgruppe 4 „Daten als Zahlungsmittel“ an: Ziel ist es, ein Werkzeug zur visuellen Vermittlung von Informationen zu entwickeln, das die komplexen, verschriftlichten Datenschutzerklärungen in Zukunft ergänzen könnte: Ein leicht verständliches, standardisiertes Symbolsystem kann die Informiertheit steigern, indem es den Nutzern bestimmte datenschutzrechtliche Aspekte mit potenziell negativen Folgen aufzeigt, bevor diese ihre Zustimmung erteilen. Das Projekt soll dazu beitragen, ein stärkeres Bewusstsein für die Entscheidungen und Risiken der Online-Datenerhebung und -Datennutzung zu schaffen.

Auf dem PIF werden aktuelle Informationen wie etwa Veranstaltungen, wissenschaftliche Artikel und Studien zur Entwicklung und Gestaltung von Privacy Icons zusammengeführt. Dadurch soll die Zusammenarbeit der teilnehmenden Institute gestärkt, Synergien geschaffen und eine abgestimmte Forschung zum Online-Datenschutz erreicht werden. Darüber hinaus bietet das PIF Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft die Möglichkeit, sich mit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Privacy Icons zu vernetzten und auszutauschen.     

Das Privacy Icons Forum ist verfügbar unter: www.privacyiconsforum.eu

Das Team Privacy Icons Project (v.l.n.r.): Lena Mischau, Marie Schirmbeck, Zohar Efroni, Niklas von Kalckreuth und Jakob Metzger (Foto: Katharina Stefes)

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