Umstrittene Expertise: Eine explorative Untersuchung der Online-Konsultation zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung

An einem aktuellen digitalpolitischen Beispiel untersucht ein Forscherteam des Weizenbaum-Instituts, ob und inwieweit sich inhaltliche Unterschiede in den geäußerten Wissensbeständen von wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Expert:innen feststellen lassen.

Das Arbeitspapier "Umstrittene Expertise im Falle einer neuen Technologie: eine explorative Untersuchung der Online-Konsultation zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung" von Moritz Becker, Sebastian Henningsen und Ingolf Pernice präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Auswertung des Ergebnisdokuments der 2019 durchgeführten Konsultation zur Blockchain-Strategie der Bundesregierung. Die Ausgangsfrage lautet, ob und inwiefern sich textstrukturelle und inhaltliche Unterschiede zwischen wissenschaftlichem und wirtschaftlichem Expert:innenwissen feststellen lassen. Bislang existieren zu diesem Thema nur wenige quantitative Untersuchungen. Die Forschungsfrage wird anhand der Methode der automatisierten Textanalyse untersucht.

Die Ergebnisse der empirischen Analysen zeigen, dass die Expertisen der Konsultationsteilnehmer:innen aus den Gruppen "Wissenschaft" und "Wirtschaft" lediglich geringfügige textstrukturelle und inhaltliche Unterschiede aufweisen. Dieses Ergebnis könnte darauf hindeuten, dass die Unterschiede wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Expertisen geringer sind als gedacht. Gleichzeitig könnte es jedoch auch auf Besonderheiten der untersuchten Datenbasis zurückzuführen sein. So präsentiert das Arbeitspapier schlussendlich weniger ein abschließendes Forschungsergebnis, sondern ist vielmehr als ein erster Schritt zu sehen, der die Grundlage für weitere empirische Forschungsarbeiten bilden kann.

 

Die Weizenbaum Series ist eine 2019 lancierte Schriftenreihe des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft. Als Open Access-Format bietet sie den Wissenschaftler:innen des Instituts die Möglichkeit, empirische und theoretische Beiträge zu ihrer Forschung einer breiteren Öffentlichkeit kostenlos zugänglich zu machen. Die Reihe ist offen für unterschiedliche Publikationsformate wie Monografien, Technical Reports, Preprints, Arbeitspapiere und viele mehr.

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